PÉNICHE   8.02.25 Freiburg, Slow Club

 

Schon wieder ein Deutschland-Show-Debüt war am Samstag Abend im Slow Club zu hören. Zuvor gab es allerdings die Information, dass eine der beiden angekündigten Bänds leider absagen musste. Bevor sich der Vorhang für etwa fünfzig Anwesende öffnete, gab es in der Ansage noch das Versprechen, dass der ausgefallene Auftritt noch in diesem Jahr nachgeholt wird. Auf andere Weise ausgefallen war hingegen der Auftritt von PÉNICHE. Übersetzt bedeutet das Lastkahn – was auch immer die Last sein möge, die die drei mit ihrer Musik so alles andere als gemächlich durch den Raum schipperten...

Das Trio, Schlagzeuger, Gitarrist und Bassistin, führte seine Songs während des gut einstündigen Auftritts sehr körperlich auf; der Drummer sowieso, auch Gitarrist und Bassistin waren fast permanent in rhythmischer Bewegung ihres Spiels am Hüpfen oder Toben, wenn nicht grad mal eins oder mehrere der vielen Effektgeräte am Boden bedient werden musste. Nicht zuletzt mit diesen vielen Effekten brachten PÉNICHE ganz unterschiedliche Stimmungen – von Noise- über Post-Punk, hin zu schweren metallischen Sounds bis Shoegaze-Psychedelia – in die meist etwa drei- bis sechsminütigen Instrumentalsongs. Dies geschah mal durch abrupte Brüche, mal langsam und fließend. Mittels dieses immer wieder mit kleinen Melodien der Gitarre angereichterten und sehr treibenden Sounds wurde ganz schön Energie frei, die sich sehr bald – wenn nicht von den ersten Takten an – durch den gesamten Raum aufs Publikum übertrug, das dem Wippen und Tanzen der Bänd nur wenig nachstand. Nicht selten feuerten die drei auf der Bühne sich gegenseitig mit Blicken und Mimik an, auch ekstatische Schreie gesellten sich gelegentlich zu den klanglichen Ausbrüchen und Detonationen.

Zu vielen Stücken und wovon diese ohne Worte handeln, gab es im Wechsel der drei immer wieder kurze Erläuterungen in charmant stark französisch akzentuiertem Englisch, das ich meist wesentlich schwerer zu entziffern vermochte, als die Musik. So war mal von Fußball die Rede, von Freundschaft und von Leuten wie jene des Slow Club, die eben solche Veranstaltungen möglich machen. Dabei amüsierte sich die Bänd immer wieder selbst über ihre Übersetzungen, winkte nach einer Ansage auch einfach mal ab und legte lieber wieder mit Musizieren los. Dem Keuchen während ihrer Reden nach brauchten sie ohnehin nur eine kurze Pause zum Durchatmen – wenn sollte das wundern!!??

Mit PÉNICHE hatten wir an diesem Abend eine höchst erfrischende Bänd live gehört und gesehen, die sowohl durch ihre komplex-knackigen Songs, wie auch durch den ungebändigt riesigen Spaß, den das Trio am Spielen, mit sich selbst und dem Publikum hatte, vollauf überzeugen konnte. Sehr geil!!

9.02.25

Wer Lust hat: unbedingt mal HIER und/oder DA reinhören!!

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