MOTORPSYCHO motorpsycho
VÖ: digital 21.02.25, CD/DLP 21.03.25 / NFGS Records
Es ist nach wie vor spannend, sich in ein neues Album von MOTORPSYCHO einzuhören. Insbesondere dann, wenn unklar ist, an welchen Punkt sich die Karriere der Bänd gerade befindet. Und derzeit befinden sich die beiden Kernmitglieder der Bänd sicherlich an einem sehr markanten Punkt, nachdem sie seit einiger Zeit wieder ohne festen Drummer sind und sich außerdem von ihren beiden Läbels getrennt haben, um nun auch alles um die Musik herum selbst in der Hand zu haben. Aber das alles gibt es an anderen Stellen nachzulesen, ich gehe hier lieber direkt zum selbstbetitelten Album, das mit den ersten Klängen ebenfalls sehr direkt einsteigt: Ein paar Takte Bass, dann sind wir auch schon mitten drin im Opener „Lucifer, Bringer Of Light“. Es bedarf einer kurzen Gewöhnung an den Sound, der schnell an frühere Phasen erinnern lässt, doch nach wenigen Minuten, nämlich als das erste ausgedehnte Gitarrensolo beginnt, zaubert es mir ein Lächeln aufs Gesicht und sie haben bei mir bereits gewonnen...
Der knapp elfminütige Auftakt erinnert nicht nur hinsichtlich des Sounds sofort an ältere Alben der Bänd, auch das Songwriting lässt gleichsam jüngere wie länger zurückliegende Phasen der Bänd aufleben; ‚It’s A Love Cult‘ etwa, oder auch ‚Little Lucid Moments‘ schimmern immer wieder durch. Beim dem Auftakt folgenden „Laird of Heimly“, ganz akustisch gehalten, klingt wiederum nicht eben wenig der Atmosphäre von „Watersound“ aus dem 94er Superalbum ‚Timothy’s Monster‘ durch. Da kommt Freude auf!!
So bestätigt sich mir nach mehrmaligem Hören, was sich beim ersten Eindruck abzeichnete: Die Kernbänd geht ihren Weg unbeirrt von im Weg liegenden Steinen weiter. Die Suche nach dem perfekten Popsong ist auf motorpsycho ebenso vertreten, wie fordernde Komplexität. Viel Unterstützung ist dabei natürlich ebenfalls wieder zu hören, sei es an der Gitarre, mit Streichern oder eben an den Drums. Und gar eine Gastsängerin ist beim Intro des eine LP-Seite einnehmenden zentralen Stücks „Neotzar (The Second Coming)“ zu hören. Sehr geil!!
Bald stechen für mich, neben dem Opener, die beiden anderen mittellangen Stücke „Balthazaar“ und „Three Frightened Monkeys“ deutlich hervor – vor allem letzteres mit supergeilem instrumentalem Mittelteil. Und auch die kürzeren setzen sich nach und nach im Ohr fest. So ist die neuerliche Reise durchs Psychoverse wieder mal ein ganz großer, sehr reichhaltiger Genuss und ich würde das Werk von der Konzipierung her irgendwo zwischen ‚The All Is One‘ und ‚Kingdom Of Oblivion‘ einordnen, mit tendenzieller Rückkehr zum Sound noch wesentlich früherer Tage.
Kurz: Ein mal wieder sehr geiles Album der Norweger – ich freu mich auf die Live-Präsentation!!
17.03.25
HIER und DA gibts viel zu hören – sowohl von heute, als auch von früher. Und noch mehr Infos sowie Linx auch zu Live-Performänces gibts DORT