Kammerorchester Freiburg 8.03.25 Freiburg, Friedenskirche

Ludwig van Beethoven: DIE GESCHÖPFE DES PROMETHEUS & SINFONIE NR.3 „EROICA“

 

Auf zufälligen Wegen – wie so häufig im Leben – wurde ich wenige Tage zuvor auf das Debüt-Konzert des offenbar neuen Freiburger Kammerorchesters aufmerksam. Und da dieses in der evangelischen Friedenskirche zwei Werke des geschätzten Ludwig van Beethoven darzubieten gedachte, war meine Neugier schnell geweckt...

Die Kirche, die nach meiner Schätzung etwa zweihundert Menschen Sitzplätze bieten mag, war schon gut gefüllt, als ich kurz vor Beginn eintraf. Dennoch konnte ich ein Plätzchen weit vorne ergattern, um das Geschehen akustisch wie optisch angemessen goutieren zu können. Pünktlich um neunzehn Uhr versammelten sich die Musikerinnen und Musiker im Altarbereich unterm abstrakten Kreuz; wenn ich es recht erinnere, waren vierzehn Geigen, zwei Violoncelli und zwei Kontrabässe, eine Trommel, zwei Trompeten sowie drei Hörner, außerdem je zwei Querflöten, Klarinetten und Oboen zugegen. Zuletzt kam der Dirigent und Orchesterleiter angehuscht, betrat sein Podest, ließ das Orchester ein paar Klänge spielen – und brach zur allgemeinen Irritation und Überraschung ab.

Zunächst dachte ich, das sei eine Art Soundcheck gewesen, jedoch war das offenbar eine bedacht kalkulierte Irritation, die die Stimmung schön aufzulockern wusste. Vor allem schien dem Herrn auch daran gelegen, die Anwesenden in einer kleinen verbalen Einführung ein wenig über die folgenden Stücke und deren teils revolutionären Charakter in der Komposition zu informieren, was in der Tat sehr interessant war.

Dann begann die Aufführung mit einigen Passagen aus ‚Die Geschöpfe des Prometheus‘, einem Stück für Ballett. Nach wuchtigem Auftakt entwickelte sich die gänzlich ohne Gesang ausgestaltete Darbietung sehr lebendig und abwechslungsreich, was mir sehr gut gefiel. Nach Ende dieses quasi Vorprogramms gab es eine Pause, danach stieg der Dirigent erneut mit Informationen zu ‚Eroica‘, der dritten Symphonie aus der Feder Ludwig van Beethovens, ein. Dabei ließ er sich nicht nehmen, das Publikum besonders pikante musikalische Aspekte mancher Tonabfolgen des Werks nachsingen – oder vielmehr sprechsingen – zu lassen; einmal gar in Begleitung einiger Instrumente. Sehr amüsant, das!!

Hiernach gingen dann wieder ausschließlich die Profis zu Werke, das Publikum durfte sich zurücklehnen und der heldenhaften 3. Symphonie lauschen, die mir ebenfalls in ihrer Dynamik aus manch Spannungsbögen zwischen Dramatik, Erhabenheit und nicht eben wenigen erfrischend fidel klingenden, fast luftig leicht zu nennenden Passagen, die vom Orchester entsprechend und in schön sattem Sound gespielt wurden, sehr gut gefiel. Auch die Spielenden hatten sichtlich Spaß, was immer wieder gelegentlichem Lächeln auf einigen Gesichtern deutlich und sympathisch zu entnehmen war.

So war bis zum Finale der Symphonie bei der meines Erachtens höchst gelungenen Live-Taufe des Kammerorchesters nebst toller musikalischer Darbietung ein amüsant-unterhaltsamer Konzertabend zu erleben, der vom Publikum am Ende zu Recht lange gefeiert wurde. Sehr geil, das!! Gerne wieder!! Bis dahin werde ich wohl meine kleine heimische Sammlung an Werken klassischer Musik erweitern müssen...

11.03.25

Interessierte können gerne HIER mal reinhören, vom Kammerorchester selbst habe ich leider keine Aufnahmen gefunden...

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