AKaRinde Kids VÖ 25.04.25 / Noisolution
Gewöhnungsbedürftig ist der Sound von AKaRinde auf dessen Debüt Kids. Eher bekannt ist Andrej Dietrich, so der Name des Musikers, der bis auf ein paar Ausnahmen sämtliche Instrumente selbst eingespielt hat, als Teil der Bänd DŸSE.
Mit Fingerschnipsen und einer einzigen wiederholten Textzeile eröffnet der Opener „Blu Tuesday“ das erstmal ziemlich irre rüberkommende Werk: Jäzz, Noise, Punk wird Kids vom Läbel geläbelt. Und das kann durchaus genau so stehen bleiben, schließlich nimmt sich der Künstler die Freiheit, sich zwischen alle Stühle zu setzen und sich konsequent zwischen sämtlichen Stilen zu bewegen, um dann die Stühle komplett auseinander zu nehmen und wieder ganz anders aufzubauen. Und das tut er ebenso gekonnt wie mitreißend.
Da wird sich mal im Wechsel mit versöhnlich tröstenden Bäcking-Stimmen die Seele zu trotzig stampfendem Groove und hübsch gezupfter Akustikgitarre aus dem Leib geschrien, dann wieder baut ein Stück auf hymnischen Chorgesang auf und sphärische Keyboards lassen woanders stark melancholisierten Dreampop einfließen; ein synthie-lastiges, atmosphärisch sehr aufgeladenes Intro geht schrittweise über zu akustisch-noise-punkigen Soundeskapaden, um düster-folkig zu enden („High Five“); songwriter-folkige Psychedelik („Mrs Breathe“), klingt mit ausgiebigem Grillenzirpen sommerlich gemächlich aus, bis abschließend eine mechanisch-kühl groovende Momentaufnahme der aktuellen gesellschaftlichen Lage mitsamt Weckrufen – und glänzendem Zitieren der guten alten Scherben um den unvergessenen Rio sowie am anderen Ende der Genre-Skala ein Nena-Zitat nicht fehlt. Sehr, sehr geil, das alles!!
Dietrich AKa Rinde lässt auf Kids weder irgendwas aus, noch lässt er was anbrennen. Er zieht die Rinde über verschiedensten Stil- und Genregewächsen ab und holt sich drunter hervor, was ihm gerade passend erscheint. Dabei klingt das Ergebnis weder zufällig noch willkürlich, im Gegenteil: Alles ist mit- und ineinander verwoben, Blues, Punk, Jäzz, Noiserock, Folk, Singer-Songwriter, ein straighter Querflug durch Sound und Genres, eine Collage mit ineinander-fließend eckigen Kanten, ebenso kunstvoll verwoben, wie erfrischend energetisch dargeboten. Eine verdammt heftig reinkrachende Platte!!
17.03.25
Unbedingtes Reinhören ist dringend empfohlen - klick DORT !!
Im Mai übrigens auf Tour, u. a. in der Alten Hackerei in Karlsruhe bspw. am 16.05. – wie ärgerlich, dass ich da schon woanders verplant bin!!