Two Gallants                                      24.11.12 Schorndorf, Manufaktur

 

Die nette junge Dame an der Garderobe versorgte unsere Jacken just in dem Moment, als die Vorbänd gerade ihr Set beendete. Ziemlich voll war's zu dem Zeitpunkt in der Manufaktur, die wir aufgrund gestörten Verkehrsflusses nur mit zeitlicher Verzögerung erreichen konnten. Uns selbst verstauten wir drei vom Tagwerk recht ermüdeten, nixdestowenigertrotz vorfreudig gespannten Konzert-Ausflügler recht bald im Getümmel. Dort erwarteten wir, zusammen mit etwa vier- bis fünfhundert anderen Menschen, geduldig die Hauptbänd des Abends: Two Gallants.

Bereits mit dem Opener "Winter's Youth" wurde der Weg, welchen das Duo aus San Francisco mit dem aktuellen Album 'The Bloom And The Blight' eingeschlagen hat, deutlich hörbar: ein Stückchen weg von der bislang starken Folk-Prägung ihres Sounds - hin zum Rock. Und auf dieser Platte sollte selbstverständlich auch der Schwerpunkt des Sets liegen. Nach zwei bis drei Stücken waren die beiden warm und Schlagzeuger Tyson Vogel richtete ein paar begrüßende Worte ans Publikum. Viel Herzblut war indes der Musik der beiden herauszuschmecken, und dies nicht nur, weil in den Texten recht häufig wer erschossen wird oder hie und da eine Kugel steckt. Ziemlich bald konnte der Hörer bemerken, dass die beiden Musiker nicht nur viel Freude zu haben schienen, sondern dabei auch sehr gut aufeinander abgestimmt wirkten; der Gitarrist sah immer mal wieder auf das muntere Treiben des Schlagzeugers hinüber, während er seiner lakonisch-melancholischen Kehle nur wenig Schonung gönnte. Gleichsam sehr überzeugend war von Beginn an die klangliche Qualität, die einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Abends beitragen konnte und mir nicht zuletzt das hervorragende Spiel des Gitarristen wie heißen Honig durch's Gehör fließen ließ. Häufig zupfte dieser mit einigen Fingerpicks bestückt die Saiten, so dass sich ein gut angezerrter und stark verhallter, schlicht und ergreifend richtig geiler Sound ergab.

Neben zwei neuen, bislang offenbar noch unveröffentlichten Stücken, hielten die Herren so manches Highlight bereit; zum Beispiel das recht ausgedehnte, mit schönen Tempowechsel verzierte "Las Cruces Jail" von 'What The Toll Tells' - von welchem außerdem noch "Steady Rollin'" und "The Prodigal Son" im Gepäck waren. Ein weiteres Glanzlicht stellte das wundervolle "The Hand That Held Me Down", vom vorigen, selbstbetitelten Album, dar. Ebenfalls sehr gut gefallen konnte mir von der aktuellen Platte "Halycon Days", das vorletzte Stück des regulären Sets. Nachdem dies verklungen war, gönnte sich der Schlagzeuger, der seine Drums gerne auch mit zwei Stöcken pro Hand bearbeitete, eine kleine Auszeit. Adam Stephens griff nun, das einzige Mal an diesem Abend, zur akustischen Gitarre und stimmte das sehr ruhige "Broken Eyes" an; Vogel unterstützte ihn hierbei stimmlich ausgezeichnet, so dass nach etwas mehr als einer Stunde zum Abschluss des regulären Sets ein hohes Maß an Intensität entstehen konnte.

Im folgenden, fleißig herbeigeklatschten Zugabenblock, schallte zunächst einer der brandneuen Songs durch den Saal, bevor mit "Seems Like Home To Me" von der 'The Scenery Of Farewell'-EP ein weiteres ruhiges Stück dran war; sehr ausgedehnt gespielt konnte sich auch dieser schöne Song vollends enfalten. Hier anschließend wurde noch einmal richtig gerockt, bevor sich die Musiker ausgiebig verabschiedeten. Nicht wenige Menschen verließen nun bereits die Lokalität, weitaus mehr jedoch versuchten ausdauernd, die beiden sympathischen Musiker noch einmal aus dem Bäckstageraum zu locken. Mit Erfolg: Two Gallants kamen nach einigen Minuten zurück auf die Bühne, sichtlich angetan ob des Zuspruchs der Anwesenden. Stephens stimmte ein langes Gitarren-Intro an, Vogel fiel alsbald mit ein; hier vermutete ich zunächst einen kleinen Jam, bald wurde jedoch "Nothing To You" draus, ein Stück vom Debüt 'The Throes'. Ein nicht weniger als ausgezeichneter Abschluss nach nun im Gesamten etwa gut hundert Minuten Konzert.

Zufrieden nahmen wir nach Ende des Auftritts ein den Abend abrundendes Getränk zu uns und genossen die sympathische Lokalität noch ein wenig, bevor uns die anfangs erwähnte nette junge Dame mit den letzten drei verbliebenen Jacken entgegen kam und wir uns nach Übergabe der Kleidungsstücke zurück auf die novembernächtlich nasse Autobahn begaben...  

30.11.12

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