SPIDERGAWD  s/t     (VÖ: 25.04.14 / Crispin Glover Records/Stickman)

 

Kurz vor den Osterfeiertagen knallte mir ein Release in die Sammlung, von dem ich nun auch endlich hier berichten möchte: Das selbstbetitelte Album einer Formation namens Spidergawd. Die Menschen dahinter stammen aus Norwegen und heißen Per Borten, Kenneth Kapstad, Rolf Martin Snustad und Bent Sæther. "Aha", mögen möglicherweise mit dieser Seite vertraute Lesende bemerken, "die haben ja offenbar was mit Motorpsycho zu tun, hm?" Richtig!! Bassist und Schlagzeuger spielen hauptamtlich dort, Gitarrist und Sänger mit kraftvoller Stimme Borten ist wohl ein Bekannter Kapstad's, Sax-Mann Snustad wiederum ein Bekannter Borten's. Und als Gäste gibt's noch Trompeter und Pedal-Steel-Spieler. Offenbar alles irgendwie so Trondheim-Connection. Ich war sehr gespannt, als ich das gute Stück - feuerrot und mit Bonus-CD erhältlicher Vinyl-only-Release - erstmals in der Hand hielt... Na denn - ab auf die Reise mit 33 Runden pro Minute...

Der Opener 'Into Tomorrow' schallt zunächst in mit nur halber Kraft produziertem Intro aus den Boxen, um nach wenigen Sekunden voll auf die Zwölf loszugrooven. Es dauert nicht lange, hat der Sound mich voll im Griff. Selten habe ich eine solch zeitlose Melange gehört, bei welcher die 60er, 70er und 80er so nahtlos zusammenwachsen wie hier die diversen Rock-Spielarten aus diesen Dekaden. Gespickt mit Bläsern an der richtigen Stelle, die nie nach zuviel oder zuwenig Vordergrund heischen, treffen rotziger Garagensound, dreckiger Blues und erdiger Hard'n'Heavy Rock aufeinander, schlürfen insbesondere auf der B-Seite gerne aus Space-, Noise- und Psych-Pötten und klingen dabei durchweg jugendlich frisch und doch genauso erwachsen, wie die beteiligten Musiker sind. 

Der Groove zieht sich durch das ganze Album wie ein roter Faden, bei so mancher Passage drückt einem der Bass in den Sessel wie ein dicker Jet beim Verlassen des Bodens, stets von Ass-Kicks des Drummers weiter getrieben. Die Stimme erinnert mich in Kraft und Tonlage nicht selten sehr angenehm an Paul DiAnno, während die Gitarre geschickt changiert zwischen rhythmisieren und melodisieren - ja, Melodien, die schleichen sich ganz nebenher ins Bewusst- wie Unterbewusstsein, aus dem sie auch nach Stunden oder gar Tagen Hörabstinenz immer wieder gerne auftauchen, wenn man gar nicht damit rechnet. Und während die erste Seite eher dem straighten Rock verschrieben ist, beginnt die zweite mit einem Bläser-Intro, welches klingt wie die akustische Öffnung entfernterer Sphären. Selten hab ich ein so höllisches Saxophon gehört - wenn überhaupt schon mal...  'Empty Rooms' entfaltet sich im Lauf seiner knapp fünfzehn Minuten nach und nach zu einem wahren Monster, nach dem die Ohren grade so lechzen mögen...

Ich sehe mich schon mit mir selber streiten, ob nun dies oder das Original-Motorpsycho-Album Platte des Jahres werden... Für die Glücklichen, die weniger voreingenommen als ich hören können bleibt derweil nicht mehr und nicht weniger zu sagen, als dass Spidergawd aus dem quasi Nichts ein Klasse-Album rausgehauen haben, welches ich jedem Rocker - und selbstredend auch jeder Rockerin - allerwärmstens ans Herz legen muss!!

 

Highlights (hm, eigentlich alles, aber okay, ich entscheide mich):

Blauer Jubel  / Master of Disguise /  Empty Rooms

Reinhör-Link:

Spidergawd Into Tomorrow

 

3.05.14

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