Sound of Smoke   10.07.22 Freiburg, Theatervorplatz

 

Irgendwie scheint derzeit allerorten großer Nachholbedarf an Veranstaltungen zu sein; fast überbordend reiht sich ein Event ans andere. So steht derzeit auch vor dem Stadttheater eine Bühne, auf der zwei Wochen lang fast täglich eine oder mehrere Veranstaltungen stattfinden. Und nach dem vorabendlichen Auftritt im Eschholzpark war es eigentlich keine Frage, das Angebot einer Zugabe in Form eines neuerlichen Auftritts von Sound of Smoke vorm Theater freudig anzunehmen. Ich nehms gerne vorweg: Es war ein toller Auftritt einer durch und durch kreativen wie sympathischen Bänd, chapeau!!

Gestärkt mittels dekadenzverdächtig fettem Eisbecher schlenderten wir an besagtem Abend zu dritt gegen acht an die Bühne, wo die Bänd soeben letzte Vorbereitungen ihres, inklusive einer Zugabe, neunzigminütigen Auftritts traf. Obwohl deren zurückliegende Nacht vermutlich eher kurz war, zeigte sich das Quartett bester Laune und in ungebrochener Spielfreude. Nun konnte ich auch der gesamten Bandbreite des Schaffens von Sound of Smoke gewahr werden, die vom Blues über Boogie-Sound und Heavy Rock bis hin zum Psych-Rock reicht – nicht selten durch rauchigen Soul angereichert.

Es machte großen Spaß, die Bänd bei Tageslicht und aus fast nächster Nähe beobachten zu können; die sichtlich ebenso konzentrierte wie gut gelaunte und häufig sehr schwer drückende Rhythmussektion aus Bass und Drums, der introvertiert ganz in sein Spiel des Instruments versunkene Gitarrist, der im Riffing gerne mal Black Sabbath oder ZZ Top zu zitieren scheint und – na klar – die wundervolle und alle überstrahlende Frontfrau.

Den wuchtigen Groove und die geballte Energie, die Sound of Smoke verströmen, wussten auch die meisten der schätzungsweise um die hundert Anwesenden zu würdigen, von denen sich nicht wenige zum Tanz animiert fühlten. Allerdings bei weitem nicht so expressionistisch grazil, wie dies Sängerin Isabelle Bapté insbesondere während manch Instrumentalpassage zu zelebrieren pflegt – wirbelnd, schlängelnd, kreiselnd, mit sich selbst, der Musik, und manchmal auch der ganzen Welt tanzend. Sehr geil, das!!

Die besten Momente nebst kunstvollen Wirkens der Sängerin waren für mich jene, in denen sich während ausgedehnter Soli der Gitarre die Intensität eines Songs innerhalb einer wahren Soundwand mehr und mehr verdichtete, bis das Bersten unmittelbar bevorzustehen schien. Dabei spielte der Gitarrist recht gefühlvoll, haute eher dezent und hin und wieder mal so richtig in die Saiten rein und erzeugte damit dennoch einen wahrlich mächtigen Sound; als läge unter der oberen trockenen Staubschicht zentnerweise massive Erde verborgen, die nun als Dezibel durch die Boxen fegt. Ja, schön laut waren sie auch, die vier aus Freiburg, die zwar am Platz der alten Synagoge nicht wirklich ein Heimspiel hatten, dafür wiederum eine kunterbunte Menschentraube um die Treppe herum festspielen konnten.

Sehr amüsant war zudem gegen Ende des Gigs, diejenigen Leute zu sehen, die soeben aus einer Theatervorstellung aus den Eingängen seitlich hinter der Bühne ins Freie strömten. Irrtierte Blicke wechselten sich mit amüsierten wie interessierten ebenso ab, wie mit neugierigen und – ja – auch ignorierenden.

Mich jedenfalls hat es sehr gefreut, die Bänd, auf die ich vor drei Jahren im Slow Club aufmerksam wurde, während sie einen Support-Gig spielten, von dem ich grade noch zwei Songs oder so mitbekommen hatte, einen ganzen Auftritt lang hören zu können. Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein…

 

Und hier nochmal als dicke Empfehlung zum Reinhören!!

17.07.22

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