Sons of Noel and Adrian      18.02.17 Freiburg, Swamp
Support: Kristin McClement + Emma Gatrill

 

Ein sehr ungewöhnliches Konzert stand samstäglich auf dem Programm des Swamp. Dabei lag die ursprüngliche Intention des Besuchs der Sons of Noel and Adrian - kurz: SONAA - in der schlichten Tatsache, schon lange keinen Live-Äct mehr in der oft beengten Lokalität gesehen zu haben. Und damit mein werter Besuch und ich weder der Gefahr einer eventuellen Lethargie-Falle aussätzig werden konnten, noch wegen vielleicht bereits ausgereizter Füllung der Kneipe hätten außen vor bleiben müssen, nahmen wir kurzerhand den Karten-Vorverkauf in Anspruch.

Gerade in der wie erwartet ziemlich vollen Lokalität angekommen, begann auch schon das Konzert, das insgesamt knapp zwei Stunden dauern sollte- mit kurzer Umbaupause nach den ebenfalls SONAA zugehörigen Supporter*innen. Wir verbrachten die ganze Zeit am vermutlich einzigen Standort, an welchem wir relativ angenehm stehen konnten: ganz hinten. Dabei kamen wir in den Genuss recht guter Klangverhältnisse, vom Bühnengeschehen jedoch bekam man leider genau nichts zu Gesicht. Hören statt Sehen also, nicht unbedingt das Schlechteste bei einem Konzi, obwohl gerade an diesem Abend das Zuschauen sicherlich hoch interessant gewesen wäre. Emma Gatrill eröffnete den Reigen. Sie spielte Harfe und sang, erhielt zweitweise Unterstützung von Gitarre und ein wenig Schlagzeug. Dabei lachte sich die Künstlerin während einer Ansage ziemlich schlapp, weil sie die absolut korrekte Vermutung verlauten ließ, dass sie von den meisten der Anwesenden nicht gesehen würde und selbst, wie sie uns nach dem Konzert berichtete, grade mal die ersten beiden Reihen ausmachen konnte, vor denen sie etwa in Knie- bis Hüfthöhe mit ihrem Instrument saß, während sie ihre fast andächtigen, nach kammermusikalischem Folk klingenden Songs spielte. Nach wenigen Stücken gab sie die Aufmerksamkeit des Publikums weiter an Kristin McClement, die jenem immerhin stehend mit ihrer Gitarre gegenüber trat. Auch ihre Stücke waren durchweg ruhig, wirkten etwas dunkler und melancholischer als die der Vorgängerin. So wirkten die beiden im Nachhinein wie eine Art Prolog zum Haupt-Äct.

Nach einer kurzen Umbaupause begaben sich dann die Sons of Noel and Adrian vor und auf die Bühnenbretter. Ich habe keine Ahnung, wie viele Personen hier zugange waren, an Instrumenten konnten wir etwa folgende ausmachen: Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren, Keyboard, Klarinette, Saxophon und Trompete - sowie manch perkussives Musikwerkzeug und mehrere Stimmen. Stilistisch schwer einzuordnen, orientierten sich die Songs in Aufbau und Dynamik nicht selten stark am Prog-Rock der Siebziger, mit vielen Wendungen und Stimmungswechseln. Dies machte den Auftritt dieses Musikerkollektivs (auf der facebook-Seite sind gar sechzehn Bändmitglieder angegeben) unvorhersehbar und höchst interessant. Man wusste nie, ob und wann der grade ruhige Teil mal von schwerer Gitarre abgelöst, von Bläser-Einsätzen ergänzt oder gelegentlich sakral anmutenden Keyboard-Klängen unterlegt wurde - gerne auch von alldem zusammen. Auch Avantgarde schien mit ungewöhnlichen Soundkombinationen immer mal wieder durch, ebenso wie manchmal fast chorale Gesänge eingesetzt wurden, was die Bänd aus dem englischen Brighton ziemlich uneinordenbar macht. Sehr schön, das, wie auch der gesamte Abend der drei Konstellationen ohne auch nur einen Ansatz von Längen gestaltet war!!

So war denn auch das sich nach Ende des Konzerts ergebende kurze Gespräch mit der sympathischen Emma Gatrill eine feine Abrundung dieses fast spontanen Besuch im Swamp...


Infos & Musik für Neugierige und Interessierte gibts hier
 

19.02.17

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