Rita Hey             11.03.10 Freiburg, BeatBarButzemann

 

Regelmäßige verbale Kommunikation tut not. Grade in hochtechnisierten Zivilisationen (oder was man so für zivilisiert hält), wird es zunehmend wichtiger, sich von Zeit zu Zeit - statt Grüßen via SMS oder Austausch über virtuelle Postfächer - persönlicher Kommunikation mittels Worten von Angesicht zu Angesicht zu widmen. Ja, das find´ ich total gut, meine Damen- und Herrschaften!! Aaaaaber: was mir hierbei schwer nachvollziehbar ist, war und wohl auch bleiben wird, ist dass dies mitunter unbedingt an Orten sein muss, an denen zur exakt selben Zeit eine kulturelle Veranstaltung in Form einer musikalischen Darbietung statt findet...

 

Die den Abend eröffnenden und laut Aussage der Sängerin für den lustigen Teil zuständigen Homestories, ließen sich zum Glück nicht weiter irritieren. Obwohl sie allen Grund dazu gehabt hätten, so viele Worte drangen aus einer Ecke der Kneipe parallel durch den Raum. Die Sängerin, aus deren hübscher Stimme sicherlich noch etwas mehr heraus zu holen wäre, am Keyboard, der E-Gitarrist mit wohl dosierten Bäckground-Gesängen - einmal durfte er mit seiner deutlich kräftigeren Kehle auch als Leadsänger ran - spielten sich recht munter durch ihr in der Tat fröhliches, etwa 30minütiges Set. Hierbei konnten vor allem zwei Coverversionen herausstechen: Hendrix´ "Fire" und noch ein Stück, nun, von welchem mir leider auch schon wieder Titel sowie Urheber aus dem Kurzzeitgedächtnis entfleucht sind (irgendwas mit Vampiren wars...). Beim Abschlussstück erhielten die beiden dann Verstärkung durch Rita Hey und deren Mitstreiter Tiziano, bevor diese nach kurzem Umräumen auf der ebenerdigen "Bühne" selbst ihren Auftritt starteten.

Auch hier konnte man sich zunächst schwerlich auf die mitunter sehr ruhigen Stücke konzentrieren, mit der Zeit wurde es dann ein klein wenig besser. Als "Boxkampf zwischen Bänd und der linken hinteren Ecke" bezeichnete die nicht nur ausgesprochen hübsche, sondern auch mit außergewöhnlich schöner Stimme gesegnete Schweizerin charmant den herrschenden Umstand. In der Folge spielte sie sich mit ihrem Gitarristen, Rhodes-, Melodica- sowie Xylophonspieler Tiziano, der gerne auch während eines Songs flugs zwischen Instrumenten wechselte, durch ihre zurückhaltenden, meist tatsächlich von tiefer Traurigkeit durchwobenen Songs. Und obwohl so mancher Text dabei guten Grund für Verzweiflung gegeben hätte, trat solche nie in Erscheinung.

Am besten konnten mir jene Stücke gefallen, an denen ihre sanft wogende akustische Gitarre von Slide-Gitarrenklängen begleitet war, wozu die Singende immer wieder dezenten Bass-Drum-Rhythmus per taktsicherem rechten Fuß einfließen ließ. Gegen Ende des regulären Sets integrierte man noch einmal die komplette Vorbänd für 2 Stücke, was den Sound - nun verstärkt durch Bass, Tastenklänge und Bäckgroundgesänge - im gesamten etwas voller werden und somit auch deutliche Punkte im Boxkampf gewinnen ließ, so dass dieser am Ende mit leichtem Vorteil für die Bänd ausgehen konnte. Nach einer knappen Stunde, inclusive zweier lautstark von doch einigen Angetanen unter den etwa 30 Besuchern eingeforderten Zugaben, war Schluss. Schade nur, dass man die Intensität eines manchen Liedes unter den gegebenen Bedingungen oft nur erahnen konnte.

Was bleibt ist die Gewissheit, eine außergwöhnliche Sängerin gehört zu haben, sowie die Hoffnung, das Duo irgendwann mal wieder unter besseren Rahmenbedingungen in Augen- wie Ohrenschein nehmen zu dürfen.

 

15.03.10

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