Rhonda      26.01.19 Freiburg, The Great Reng Teng Teng

 

Etwas platt war ich bereits vom Tagwerk, als ich samstag abends die Stufen des Teng hinabstieg. Nicht immer gute Voraussetzungen für einen Konzertbesuch; erst recht nicht, wenn die Veranstaltung ausverkauft und der Laden voll ist. Glücklicherweise klang die Gitarre der Bänd, die soeben ihr zweites Stück begonnen hatte, ziemlich geil, was mich dann doch direkt neugierig machte. Zugegeben, Rhonda live zu gucken war nicht meine Idee, der Vorschlag kam von meinem musikinteressierten Begleiter, der klug genug war, Tickets im Vorverkauf zu besorgen.

Anyway, unten auf dem Treppenabsatz konnte ich mir kurz einen Überblick über das Quintett verschaffen, welches mit Lead- und Rhythmusgitarre, Bass, Schlagzeug und einer Orgel zur Stimme einer blonden, langhaarigen Frau zugange war. Nachdem ich die letzte Stufe genommen hatte und im Raum stand, war es dann auch vorbei mit Blick auf die Bühne. Das sollte sich die nächsten etwa siebzig Minuten auch nicht mehr wesentlich ändern...

Doch auch diese eher widrigen Umstände taten der klanglich angenehmen Überraschung keinen Abbruch, denn das Set der stilistisch u. a. dem Neo-Soul zugeordneten Bänd aus Bremen bzw. Hamburg, die soeben ihr drittes Album namens "You Could Be Home Now" veröffentlichte, war durchaus kurzweilig. Obwohl ich häufig fand, dass viele der Stücke genau da endeten, wo sich gerade eine songdynamische Spannung zu entwickeln begann. Nun gut, das eine oder andere Stück gefiel mir durchaus richtig gut, langweilende Ausfälle gab's nur einen im regulären, einstündigen Set, welches mit fast schon psych- und stonerrock-esker Gitarreneskapade endete. Laut Ansage der Frontfrau das Lieblings-Live-Stück der Bänd, was mich fast schon überraschte, da es am weitesten aus dem sonst vorwiegenden Soul-Pop mit Retro-Touch herausstach.

Bemerkenswert war - neben der manchmal nach Tarantino-Soundträck klingenden Lead-Gitarre - insbesondere der Gesang. Obwohl nicht gerade mit besonders markanter oder prägnater Kehle ausgestattet, verfügt die Dame über eine schöne Stimme, die sie bis hin zur rotzig-kratzigen Aufmüpfigkeit gesanglich ausgezeichnet zu nutzen wusste.
Lediglich die letzten drei Stücke, also die Zugaben, fand ich nach dem großen akustischen Finale des regulären Sets fast schon überflüssig. Aber - so what - der Sound war durchweg gut, so dass das Konzert auch den ein oder anderen Augen-zu-und-enjoy-Moment zu bieten hatte. Und das ist doch schon ganz schön viel für ein Konzert ohne jede Erwartungen...

28.01.19

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