POTHEAD   Jackpot                     (VÖ: 31.01.13 / Janitor Records)

 

Letztes Wochenende wurde mir von einer privat vorgenommenen Studie berichtet: selbige wartete mit dem Forschungsergebnis auf, dass die Seattle-berlinerische Bänd POTHEAD, welche in bestimmten Kreisen so ungemein wegen ihrer stone(d)-(t)rocken(d)en Groove-Stücke geliebt wird, weitaus mehr ruhige, ja, balladeske Stücke im Repertoire hat. Ich hab's nicht kontrolliert, halte allerdings den Quellengeber für allerhöchst vertrauenswürdig. Nun war ich natürlich gespannt auf Jackpot, das erste Album unter neuer Batterie-Besetzung, das mich am selbigen Wochenende, wenige Stunden nach Abreise des geschätzten Forschers erreichte. So sezidierte ich es also akustisch.  

Zu Beginn, beim unter "Take Your Queen" getarnten Titelstück mit dem geschlagenen JACKPOT im Refrain, gibt's klassisch typischen Pothead-Rock; schiebende Riffs, geerdeter Bass, quirlige Leads und charismatisch-charakteristische Vocals machen das Rennen. Die folgenden Stücke stehen diesem in nichts nach. "Rhyme In Time" reitet besagtes Karussell weiter. Dann wird bei "Drone" ein klein wenig die Handbremse angezogen, ohne jedoch den Urgroove vermissen zu lassen. "Emotion Of The Potion" schmirgelt Abwechslung ein; zunächst kommt es etwas zappelig - nicht zuletzt dem in die Höhe gedrehten Gesang geschuldet - bevor die werten Topfköpfe mit einer Synthiepassage ein schmunzeliges Disco-Feeling einstreuen. Die letzten beiden Stücke der A-Seite, "Overblown" und "Frame In The Mind", sind dann in der Tat etwas gemächlicher. Es darf durchgeatmet werden. 

Nach Drehen des wunderbar stylishen Picture-Vinyls, welches das reale Gewicht vermutlich der gesamten Diskographie in Silberling-Form vereint, wird's mit "Old Bitter" und "Bombay" erstmal hymnisch, letzteres hat dabei echten Ohrwurmcharakter. Mit "Boilermaker" ist ganz offenbar die Zeit gekommen, ein altbekanntes Riff zu zitieren - "Saul" von ihrem '98er Über-Album Learn To Hpynotize lässt grüßen. Manche Bänds dürfen das - und Pothead ist so eine Bänd!! Danach punkrocken die Drei ein wenig mit "Detroit" und schieben mit "Rock Satellite" ein Stück mit erneutem Ohrwurm- wie Klassiker-Charakter à la "Rock Child" (remember: Tuf Luv) nach. Hier sticht vor allem Brad's Gitarrenarbeit hervor: typisches Kopfnickriff, dazu vorzügliche Soli geschmettert - leckerer Ohrenschmaus!! Danach kommt auch schon der Chill-Out mit "Northern Lights" und beendet das kurzweilige Werk entspannt, obwohl fast abrupt. Einmal mehr sehr sympathisch.

So ist Jackpot bei weitem keine Überraschung, nein, es ist schlicht und ergreifend ein Album einer Bänd, von der man weiß, was man kriegt und davon nicht enttäuscht wird. Seit bald zwanzig Jahren ziehen die ganz einfach ihr Ding durch, machen ohrenscheinlich genau das, worauf sie Lust haben - auch nach Wechsel der Drum-Position - und schütteln auch diesmal wieder ein Album mit neuen Songs scheinbar so lässig aus dem Ärmel, wie dieses durchweg klingt: unaufgeregt, bodenständig as bodenständig can be - und einfach gut. Nachprüfbar wird dies übrigens live und in Farbe am 15. November diesen Jahres im Karlsruher Substage sein.

Ach so, das eingangs erwähnte Studienergebnis hat sich hier nicht sooo ganz bestätigt...

19.02.13

Guck mal noch: www.pothead.de

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