Chris Cornell (1964-2017)


Es wäre eine schlichte Unwahrheit, wenn ich mich jetzt als Fän von Chris Cornell darstellen würde. Seine Solo-Alben kenne ich gar nicht, und Audioslave fand und finde ich langweilig. Auch fast alle Kollaborationen des in Seattle Geborenen sind, wie man so schön sagt, an mir vorbei gegangen. Davon besitze ich lediglich das Album von Temple of the Dog - und auch dies glänzt in meinen Ohren mehr durch die Namen der Bändmitglieder, als durch deren gemeinsames Schaffen. Selbst von Soundgarden, der wichtigsten Bänd des Sängers und Gitarrenspielers kenne und besitze ich lediglich Before The Doors: 1-5, eine nummerierte (N° 3245), limitierte, farbige 10"-EP einer handvoll Songs aus Soundcheckaufnahmen von der 1996er Tour, veröffentlicht 2011, kurz nach der Reunion - sowie die beiden Alben aus den Neunzigern, Badmotorfinger (1991) und Superunknown (1994).


Aber die beiden habens in sich. Lange hatte ich Badmotorfinger lediglich als auf Kassette überspielte Version, bis ich mir vor ein paar Jahren den Re-Release auf LP zulegte, während Superunknown sein Dasein bei mir nach wie vor als Compact-Disc fristet. Beide Alben habe ich in den letzten Wochen recht häufig gehört, beide Alben gehören zu denen, die ich im Lauf der Jahre immer wieder gern gehört habe und höre. Zugegeben, während ich Badmotorfinger ausschließlich auf Kassette hatte, verschwand sie ein wenig in der Versenkung; nach dem Erstehen der Vinyl-Version vor einigen Jahren wurde sie allerdings zu einer meiner damaligen Sommerplatten. Und nun fühle ich mich nicht selten an die Neunziger erinnert, als ich beide Alben sehr oft und sehr gerne hörte. Jetzt, nachdem auch die Todesursache durch Suizid, wohl aufgrund langjähriger Erkrankung an Depressionen, bekannt wurde, schwingt natürlich in den Titeln irgendwie etwas mit: "The Day I Tried To Live", "Fell On Black Days", "Searching With My Good Eye Closed", "Mind Riot" oder - na klar - "Like Suicide".


Stimmlich war Cornell irgendwo in Verwandtschaft mit Dave Wyndorf (Monster Magnet), Eddie Vedder (Pearl Jam) und Nirvana's Kurt Cobain angesiedelt. Auch vom Sound der Bänd - überhaupt: Soundgarden, was für ein geiler, dabei auch noch auf den Punkt zutreffender Bändname!! - kann diese zwischen den eben genannten angesiedelt werden. Sie spielte sowohl bei der Grunge-Welle eine bedeutende Rolle, wie sie auch im Bereich des psychedelischen Stoner-Rock Heimat fanden. Und diesen Begriff gab es in den Neunzigern noch gar nicht, weshalb Soundgarden bei Wikipedia wohl als Pionierbänd dieses Genre aufgeführt ist.
Wie auch immer dem sei, wie auch immer versucht wird, diese Bänd und deren Sound zu beschreiben - im Fall der beiden erwähnten Alben ist es ganz einfach so, dass jedes auf seine Weise ein Opus Magnum im Werk des Verblichenen markiert. Badmotorfinger noch mehr in der subkulturellen Szene verankert mit weitaus mehr psychedelischen und harten Anteilen, Superunknown als der Schritt hinaus aus diesem Untergrund und hinein in die Charts. Sogar eine Hit-Single - "Black Hole Sun" - ist hier zu finden, die die Bänd damals gar einer recht breiten Masse bekannt gemacht haben dürfte...


Allein aufgrund dieser beiden Alben, bei welchen Cornell zu sehr großen Teilen am Songwriting beteiligt war, ist einer von der Welt verschwunden, der Großes kreiert hat. Einen kleinen Stich verspürte ich also schon, als ich vor ein paar Wochen die Meldung vernahm, Chris Cornell sei tot. Während einer laufenden US-Tour und nur wenige Stunden nach einem Konzert mit Soundgarden in Detroit starb er durch Suizid im Alter von 52 Jahren. In seiner Musik lebt er weiter...


Rest in Peace!!
 

18.06.17

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