Monster Magnet                            26.11.12 Stuttgart, LKA Longhorn

 

Wie in den letzten Jahren vor seinen Gastspielen stets üblich, war eine große Frage auch diesmal: wie sieht Dave Wyndorf aus? Und ich nehme gerne vorweg: ausgezeichnet!! Er hat weiter etwas an Masse verloren und scheint sich bester Gesundheit zu erfreuen; seine Stimme klingt dreckiger und voller als zu besten Zeiten seiner Vergangenheit - ein neuerlicher Frühling für den kürzlich sechsundfünfzig Jahre alt gewordenen Bilderbuch-Breitbeinrocker?

Vor dessen Erscheinen standen im LKA jedoch My Sleeping Karma aus Aschaffenburg auf der Bühne. Ein Quartett, welches sich ausgedehnter, instrumentaler Rockmusik verschrieben hat. Die viertel Stunde und ungefähr anderthalb Songs, welche wir von deren Auftritt noch mitbekommen konnten, hinterließen bei mir den Eindruck, dass diese Bänd durchaus sehens- wie hörenswert sein mag - zumindest live. In der folgenden, ausgiebigen Umbaupause fanden wir dann nicht nur einen weiteren, uns wohlbekannten Monster Magnet-Rezipienten, sondern mit ihm auch gleich einen schicken Platz, von welchem aus freie Sicht auf die Bühne zu genießen war.

Die Eröffnung des Reigen aus fettem, gut abgemischtem und sehr psychedelischem Stoner-Rock-Sound der U.S.-Amerikaner aus New Jersey machte - nach einem ebenso passenden wie merkwürdigen Intro vom Band - "Pill Shovel", unmittelbar gefolgt von "Medicine". Aha, diesmal sollte also der Playlist des an diesem Abend angekündigten komplett aufgeführten Albums Rechnung getragen werden - sehr zu meiner werten Freude!! "Welcome to the Spine-of-God-Show" grüßte der wie gewohnt sporadisch die Gitarre anschlagende Mastermind des Fünfers die Anwesenden, um hiernach "Nod Scene" durch die Halle zu fegen - wie geil!! Leider fiel nach zwei oder drei Minuten die komplette Anlage aus, nur noch der Bühnensound war zu hören. Verdammt, ausgerechnet jetzt!! Die Bänd merkte davon zunächst nix, spielte das Stück ausufernd zu Ende, bevor Herr Wyndorf - sichtlich verärgert über den Ausfall - das Publikum mit den Worten "i'm sorry, the P.A. is dead" darüber informierte, was es schon längst bemerkt hatte. Die Musiker räumten erstmal den Platz für die Techniker, nach einigen sich lang anfühlenden Minuten konnte es zum Glück aller weitergehen.

Für "Zodiac Lung" durften Schlagzeuger und Bassist pausieren, Garrett Sweeney, seines Zeichens Nachfolger Ed Mundell's, nahm die akustische Gitarre zur Hand. Eine feine Einstimmung darauf, was danach kommen sollte, nämlich das Herz- und Titelstück des Albums. "Spine Of God" kam in einer zunächst sehr geilen Version daher, die mich ganz weit wegdriften ließ - bis zu dem Moment des unsäglich unpassend eingefügten f...... American-Pie-Teils - Mann Mann Mann, Dave, wann wirst du das endlich mal lassen?? Kann ich dieses verdammt-nochmal dermaßen geniale Stück Musik vielleicht wenigstens einmal im Leben live ohne diesen Scheiß hören*...?? Es dauerte seine Zeit, bis ich halbwegs drüber weg war, spätestens das etwa siebzigminütige Set abschließende und nicht weniger als ultrageil** daherkommende "Ozium" hielt das bestmögliche Versöhnungspotential bereit und sollte mich noch die beiden nächsten Tage verfolgen...

Wyndorf posierte immer wieder - die Haare von unten angeweht wie einst Frau Monroe's Kleid - wie ein Prediger am Bühnenrand, stets hervorragend unterstrichen und in Szene gesetzt von der Lightshow. Nach Verhallen des grandiosen finalen Träcks "Ozium" wollte das Publikum natürlich mehr, na klar - und bekam es. "Lord 13" von der uralten 'Tab' eröffnete den halbstündigen Zugabenblock; dazu noch zwei oder drei ziemlich alte Stücke, wenn ich mich recht erinnere "Longhair", ebenfalls von 'Tab', sowie der auf der 'Monster Magnet'-EP enthaltene und später auf 'Powertrip' quasi re-loadede Kracher-Song "Tractor" - die Highlights jagten sich im Endspurt geradezu!! Das letzte Bild des Sängers, welches sich in meinem Gedächtnis eingebrannt hat ist jenes, wie er während der Schlussakkorde des Konzerts in der Bühnenmitte steht, in gleißendem, grellweißen Licht sein unvergleichliches "yeeeeaaaahhhh" röhrt, die Arme vom Körper abspreizend und die nach oben offenen Handflächen langsam gen Himmel reckend - Rock'n'Roll, Baby!!  Als kurz danach die letzten Töne verklungen waren, die Musiker die Bühne verlassen hatten und das Saallicht wieder leuchtete, hatte ich trotz der beiden erwähnten Unwägbarkeiten mein sicherlich bestes Monster Magnet-Konzert bislang gesehen!! 

Darüber schienen sich auch meine werten Mitstreiter ziemlich eins zu sein, wir quatschten noch die eine oder andere Runde, während die Security die Absperrgitter immer näher Richtung Ausgang schob und die Menschen nicht langsam, aber ziemlich sicher hinaus in die verpisste Stuttgarter Nacht komplementierten - so auch uns... 

1.12.12

* grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

** verzeiht mir das behämmerte Adjektiv - aber das war wirklich ULTRAgeil!! 

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