Mogwai                                              1.04.14  Karlsruhe, Substage

 

Augen zu und durch - so sagt eine Redewendung, wenn es darum geht, unangenehme Dinge hinter sich zu kriegen. Alles andere als unangenehm ist es jedoch, sich von einer Bänd dazu eingeladen zu fühlen, im Laufe deren Live-Darbeitung immer mal wieder die Augen zu schließen und das akustische Erlebnis in Reinform zu genießen. Ein solches Augen-zu-und-genießen-Konzert war am gestrigen Abend des Scherz-Tags des Jahres im Substage zu Karlsruhe geboten, wo Mogwai aus Glasgow ein Gastspiel geben.

Der Opener des aktuellen Albums 'Rave Tapes' macht den Auftakt zum Eintritt in die Welt der fünf sympathisch normal aussehenden Schotten um Stuart Braithwaite. Die Reise hat begonnen. Am linken sowie rechten Bühnenrand stehen die Gitarristen, halb mittig der Bassist schräg vor dem Schlagzeuger, neben welchem der Keyboarder samt seinem Läptop platziert ist. Bei drei oder vier Songs gesellt sich noch ein Violine-Spieler dazu, der auch mal kräftig zusätzliche Trommeln schlägt. Die von mehreren Alben stammenden Stücke reihen sich wie aus einem Guss aneinander, lediglich unterbrochen von stetem "Danke, thank you, thank you very much - cheers" von Braithwaite, der etwa die Hälfte der spärlichen Gesangsparts übernimmt, wie etwa bei "Cody" vom zweiten Album 'Come On Die Young".  Die per Vocoder schwer verzerrten und verspulten Vocals, etwa bei "The Lord Is Out Of Control" von der aktuellen Platte, kommen hingegen vom Keyboarder.

Der Sound ist vom ersten Stück an ziemlich gut - wie im Substage mittlerweile gewohnt - und sollte recht bald nahe an der Perfektion sein, was den Auftritt zu einem wirklich vorzüglichen Hörerlebnis werden lässt. Die Bühnenshow dagegen ist fast spartanisch gehalten. Lediglich zwei sechseckige Leuchtrahmen hängen an der Bühnendecke, welche mit manch anderer Beleuchtungsvariante für angemessene Untermalung der Musik sorgen, ohne zu sehr davon abzulenken. Highlights schleichen sich eher versteckt immer wieder ein. Dann etwa, wenn die Gitarren etwas mehr in den Vordergrund treten und dem Sound-Fluss Wirbel und Stromschnellen verpassen, wie bei "How To Be A Werewolf" von 'Hardcore Will Never Die, But You Will'. Richtig harte Gitarrenwände sind lange nur angedeutet, sollen aber auch nicht ganz zu kurz kommen: Beim letzten Stück des regulären Sets verlässt Barry Burns seinen Sitzplatz an den Tasten und nimmt die dritte Gitarre zur Hand - endlich werden die Saitenklänge zu Granit, waoh!! Sehr geil, das!!

Zwei Zugaben werden nachgeschoben, darunter vom ersten Album das epische "Mogwai Fear Satan", welches im Mittelteil den Hörer lange einlullt, bevor wie aus dem Nichts plötzlich wieder eine Saitenwand in Übergröße auf einen zukommt. Hiermit erlebt dieses Konzert mit außerordentlich hohem Hörwert nach etwa hundert Minuten sein großes Finale - und auch jetzt, am Tag danach, spielen mir noch immer viele Melodien durch's Ohr...

Nach Ende des Konzerts kann schließlich noch ein Mysterium aufgelöst werden, danach bedient sich unser Besucher-Quintett noch ausgiebig am Merchandise der Schotten. Ein rundum gelungener Abschluss eines sehr schönen Abends, bevor der Tunnel der Nacht uns entspannt wieder gen Süden führt...

 

...und hier noch die Original-Abschrift der Setliste:

Heard about You / Friend / Cody / Jim Morrisson / Werewolf / MasterCard / Take Me / Deesh / Ex Cowboy / The Lord / Remurdered / We're No Here // Hunted / Satan 

 

2.04.14

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