Mighty Green + 1st class   7.09.19 Nürtingen, Seegrasspinnerei
Support: nPEP

 

Im Kulturzentrum Seegrasspinnerei in Nürtingen fand Anfang des Monats ein hübsches kleines Draußen-Konzert statt. Da von drei angekündigten Bänds eine ausfallen musste, sprangen extrem kurzfristig die Straßenbarden von nPEP ein, die auf und vor der Treppe vorm Gebäude den lokalen Reigen eröffneten. Als besonderes Spontanbonbon gesellte sich 1st class-Drummer Leo an der Cajon zu den Herren, die mir, wie auch dem langsam eintrudelnden Publikum, wieder einmal echte Freude bereiten konnten mit ihren Straßenadaptionen von Chuck Ragan-Stücken, Songs von Dylan und Volbeat bis hin fünfhundert Meilen wandernden Muppets-Boots...

Unmittelbar danach betraten 1st class im zeltplanenüberdachten Hof neben dem Gebäude die Bühne. Das Trio nutzte die Spielzeit einer dreiviertel Stunde ziemlich gut und effektiv. Lediglich die Titel wurden vom Frontmann zumeist kurz angesagt, nachdem die ersten Stücke ohne Worte ans Publikum präsentiert worden waren. Der Sound war von Beginn an und durchweg ziemlich gut und schön druckvoll. Paul und Jakob an Gitarre (und sehr inbrünstigem Gesang) bzw. Bass harmonieren von Mal zu Mal, die ich sie beobachten darf, immer besser miteinander, wie auch mit dem Rückgrat an den Drums, sodass sich ihre eigene Spielfreude erneut alsbald auf das Publikum übertrug. Insbesondere der Gitarrist beendete die Songs häufig mit einem dem Drummer zugewandten Luftsprung. Mit dem Hammerstück "Revelations of Destruction" und dem Mitmachhit "Rock House" schloss das reguläre Set, dem sie noch ihren wohl ältesten Song als Zugabe folgen ließen: Die legendäre "Hand of Death". Great!!

Nach einem kurzen Umbau liefen Mighty Green ein, die neu benannten und umbesetzten ehemaligen Kick the Mould, zur Premiere in dieser Besetzung mit Micha am Bass, Colin am Mikro, Maxi an der Gitarre, Urs an Keyboard und Sounds sowie Tom an den Drums. Ich hatte die fünf vor wenigen Monaten mal in einer Probe begutachten dürfen und hatte nun bei diesem Auftritt den deutlichen Eindruck, dass sich das Line-Up gefunden hat. Der Sänger erzählte gerne Geschichten, nahm sich wesentlich mehr Redezeit, als dies der Sänger der vorherigen Bänd getan hatte - wenn er nicht zwischendurch mal mit Spielzeugpistolen oder so hantierte. Musikalisch stark im Funk verwurzelt, mit Ausflügen in Pop und Rock, gestaltete sich die Performance des Quintetts recht unterhaltsam; nicht zuletzt auch deswegen, weil sich die Interaktion unter den Musikanten ebenso interessant gestaltete, wie sie mit Amüsement getränkt war. Die Bändmitglieder kommunizierten gerne per Mimik miteinander, um entsprechende Textstellen zu unterstreichen - insbesondere der Basser tat sich hierbei hervor. Nicht selten schien der eine oder andere denn auch mal überrascht von mancher Kontaktaufnahme zu sein, so nahm die Dynamik innerhalb des Quintetts auch abseits des musikalischen Geschehens sehr unterhaltsame Züge an. Song-Highlights waren für mich das großartig interpretierte "Personal Jesus" und der letzte Song des Abends, "Popocatépetl", einem recht neuen Song aus der Feder des Gitarristen, der übrigens angenehm häufig auf einen richtig schönen, subtil dreckig-geilen Rocksound zurückgriff.

Nach einer Stunde Mighty Green war der Konzertabend auch schon zu Ende, Veranstalter, Publikum wie Bänds schienen durchweg zufrieden und der Abend konnte gemütlich mit Musik aus der Konserve ausklingen, während die Musiker ihre Gerätschaften in diversen Fahrzeugen verstauten...

15.09.19

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Heißer Scheiß

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