Maserati                                        13.03.11 Freiburg, White Rabbit

 

Das Zeitalter der Events für größere Mengen Menschen ist seit geraumer Zeit so weit fortgeschritten, dass verschiedene Generationen sich gar am Sonntagabend zum gemeinsamen in-die-Röhre-gucken treffen. Auch wenn die Röhre zwischenzeitlich längst von Flachbildschirmen abgelöst wurde. Immer noch eine röhrenförmige Lokalität stellt indes das White Rabbit dar, wo zur sonntäglichen Unterhaltungs-Prime-Time ein unvergleichbar besseres Angebot dankend angenommen werden durfte.

Als Support standen A Second Of June aus Frankreich auf der Bühne, eine etwas verschüchtert wirkende Bänd, die entspannten, langsamen Chill-Rock spielte. Streckenweise ließen The Cure grüßen, das große Plus lag derweil in gemeinsamen Gesängen des Gitarristen und der Keyboarderin.

Nach kurzer Umbaupause formierten sich die U.S.-Amerikaner Maserati, welche mit zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Untermalungen vom Band die Anwesenden der recht vollen Lokalität eine gute Stunde lang durch ihr Instrumentaluniversum zu geleiten gedachten. Während die Rhythmus-Abteilung für steten Antrieb sorgte, trugen den Hörer vor allem die Gitarrenklänge durch endlos scheinende Weiten. In diesen, übrigens mit dem verwirrenden Begriff  Post-Rock titulierten Sound, waren häufig Kraftwerk-ähnliche Elektronik-Beats eingeflochten. Ausflüge gab es auch gerne in psychedelische Hemisphären. Meist gingen die Stücke nahtlos ineinander über, nur ab und an unterbrochen von Danksagungen ans Publikum. Überwiegend beschränkten sich die Musiker auf den Aufbau ihrer Soundwälle, die einem Mal ums Mal in meist mittlerem Tempo bei sehr guten Klangverhältnissen mit auf ihre Reisen nahmen. Melodie wurde an Melodie gekoppelt, mal übernahm die eine Gitarre, dann die andere die Führung - auch der Bass beteiligte sich gerne als Lead-Instrument. Somit wimmelte es zeitweise gar von melodisierten Parallel-Universen, ohne auch nur ein einziges Mal an unangenehmer Überfrachtung zu leiden. Sehr geil!!

Das Gros der Songs war vermutlich dem aktuellen Album entnommen, beschlossen wurde das reguläre Set mit "Inventions" vom Debut "Inventions For The New Season", ein tolles Stück, welches denn auch mein Highlight des Abends stellte. Im einzigen Zugabenlied konnte man abschließend ausgezeichnet gewahr werden, dass die Männer aus Georgia gut daran tun, sich auf gesangsfreie Musik zu beschränken: die Adaption des Pink-Floyd-Songs "Run Like Hell" war zwar sehr schön in den eigenen Sound übertragen, doch Singen gehört definitiv nicht zu den Stärken der Bänd.

Von diesem kleinen Makel abgesehen, hatte man dennoch ein ausgezeichnetes Konzert erlebt, bevor man sich - vom ereignisreichen Wochenende angenehm erschöpft - in den heimischen Kissen versenken konnte...

22.03.11

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