
12.04.26
Was ist denn das bitte schön für ein Albumtitel??
Särge, Erde, Damen & Herren nennen 13Suns aus Dresden ihr im Mai kommendes Werk. Dabei klingt die Musik in meinen Ohren deutlich konventioneller, als der Titel das vermuten lassen könnte. Groovy und schön gitarrenlastig, gespickt mit ein paar Keyboardklängen, geht’s mit dem anderthalbminütigen instrumentalen Opener rein in die zehn durchaus Abwechslung bietenden Songs, die vorwiegend in klassischem Rock mit eingängigen Refrainmelodien gehalten sind. Das Ganze klingt dabei frisch, durstig und kreativ; es gibt auf Albumlänge einiges zu entdecken. Mich jedoch kriegen 13Suns erst mit „Attacking People at Venice Beach“ gegen Ende des Albums.
Wie dem auch sei – insgesamt klingt Särge, Erde, Damen & Herren für mich nach einem durchaus gelungenen Debüt – mit noch auszuschöpfendem Potenzial. So richtig überzeugen konnten sie mich damit leider nicht, aber ich bin ja zum Glück nicht die Geschmackspolizei…. Selber hören macht schlau – HIER
13Suns Särge, Erde, Damen & Herren
VÖ 2.05.26 / Krakenduft Records
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Freakige Musik kommt nicht eben selten aus Skandinavien. Und Trondheim/NO scheint ein regelrechter Hotspot dafür zu sein. Von dort kommen nämlich auch TWIN SERPENT, die Ende Februar ihre erste Single veröffentlicht haben und im Mai das Album True Norwegian Blackgrass folgen lassen. Und ja – der Titel ist Programm!!
Gleich der Opener lässt mich ob dessen ungestümer Wucht beseelt schmunzeln. Man hört gleich: Da geht was!! Und das Album hält die am Anfang hoch gesetzte Messlatte mit einem belebenden Potpourri aus astreiner Punk-Attitüde im folkigen Gewand, verbunden mit einer bunt gefärbten Melange aus stampfendem Rock, poppig-hymnischen Melodien, psychedelisch angezerrter Gitarre sowie ganz viel Anstrich aus Garage-Country-Sound – oder so irgendwie… Jedenfalls: Ziemlich geil, das!!
Dabei glänzt der Gesamteindruck besonders stark, wenn TWIN SERPENT auf True Norwegian Blackgrass die stark angeraute Männerstimme regelmäßig mit stimmlich cleanem, weiblichen Gegenpart der Kehlkopfarbeit ergänzen und bereichern. Coole Sache!!
DA gibt’s die Vorab-Single des kommenden Albums!!
TWIN SERPENT True Norwegian Blackgrass
VÖ 8.05.26 / Svart Rec.
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Neues gibt’s auch aus dem Hause Noisolution zu vermelden:
GO MAHHH, ein in Berlin ansässiges peruanisch-irisch-deutsches Quartett, bringt mit Doppelgänger sein Debüt zur Welt. Und das irritiert zunächst mal.
Warum? Ich mach das Ganze mal an „BBSBBQ“ fest, dem Stück des Albums, das mir zuerst am stärksten im Hörknochen hängt: Groovender Heavy-Rock, rhythmisch hier gar stark an den galoppierenden Maiden-Soundteppich erinnernd und klanglich nah am Stonerrock, wird das Ganze gepaart mit hippie-eskem Sixties-Sound mitsamt einer ordentlichen Portion Psychedelik drauf – macht im Gesamtklang den Erstling von GO MAHHH. Ziemlich geil!!
Dabei spielen die vier gekonnt mit dem Koppeln, Entkoppeln und wieder Zusammenführen der diversen Stile. Das ist vielleicht nicht für jedes Ohr ganz leicht zu schlucken, dieser wild-energetische Mix aus Stonerrock und Hippiepsychedelik, bei mir schickte sich Doppelgänger bereits während des ersten Hördurchgangs an, zu wachsen und mehr und mehr Laune zu machen!!
Wie das Vinyl aussehen wird, ist mir bis dato nicht bekannt – aber die mir vorliegende CD kommt im hübschen Klapp-Digipack, schick gestaltet und mit Text-Inlay. Also auch in der B-Note ganz vorzüglich!!
DA ist ein offizielles Video im Angebot – macht euch selbst ein Bild!! Oder auch ohne Bilder DORT
GO MAHHH Doppelgänger
VÖ 29.05.26 / Noisolution
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24.01.26
Alright – es ist wieder soweit:
Am 27.02.26 wird ein neues Album von MOTORPSYCHO die Welt beglücken!!
Vorab gibt’s den Titelträck The Gaia II Space Corps als gleichnamige Single HIER und DA (mit Bild) zu hören.
Der Song geht nach kurzem Psych-Intro gleich voll nach vorne, überzeugt auf Anhieb mit Groove, Sound und Melodie und stellt die Geduld aufs gesamte Werk auf eine echt harte Probe!!
MOTORPSYCHO The Gaia II Space Corps
VÖ 27.02.26 / NFGS Records
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14.12.25
Na, was hat uns der Bärtige im roten Gewand denn da neulich vor die Tür gelegt?
Eine meiner größten Entdeckungen der letzten beiden Jahre waren sicherlich GAVIAL. Die in Berlin, Leipzig und Dresden beheimatete Bänd hatte mich ihrem letzten Album ziemlich gefläsht. Da habens ja die Nachfolger nicht selten etwas schwer…
In der Tat sind es vor allem der typische Sound und (Slow-)Beat der Bänd, die mich, in Kombination mit Gesang und Stimme, auf Thanks, I Hate It bald einfangen. Die Songs sind irgendwie anders als 2023 auf ‚VOR‘; sie enthalten mehr Abzweigungen und Wendungen und manch tendenziell konventioneller klingende Melodie, als beim von mir so heißgeliebten Vorgänger.
Dann aber haben sie mich doch wieder im Griff, die tausend Zähne des GAVIAL-Schnabelmauls; immer noch ist da die Dringlichkeit im Gesamtklang, die nicht zuletzt auf Entschleunigung beruht. Dabei wird auf Thanks, I Hate It gelegentlich mehr Gas gegeben, mitsamt tieferer Verneigung vor dem guten alten Blues!! Das ist schon ziemlich geil – trotzdem mir der große Schatten des übergroßen Vorgängers noch ein bissl im Weg steht…
Auf jeden Fall mal HIER gucken!!
GAVIAL Thanks, I Hate It
VÖ 23.01.2026 / Exile on Mainstream Records
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Mit ziemlich schwerem Besteck hantieren THE LIGHT BELOW gleich beim Opener ihres neuen Werks Georgia. Auf mystischen Synth und Choral zum Einstieg in „Arulalo“ prasseln bald sehr tief gelegte und gewichtig stampfende Gitarrenambosse. Ein durchaus bedrohlich wirkendes akustisches Szenario drängt hier aus den Boxen – und lässt sogleich aufhorchen.
In der Folge entwickelt sich doom-droniges Szenario hinter folkloristischen Klängen aus Georgien – eingesungen von AKHLA, einem georgischen Frauenchor. Ziemlich cool, dieses Verschwimmen von Grenzen in mehreren Dimensionen: Einmal eben der schwergewichtige Düsterrock mit der Folklore, vereint mit den Gesängen, in welchen europäische wie nahöstliche Stilistiken enthalten sind.
Das kann einem, je nach Befindlichkeit, auch mal bissl viel der Hör-Ungewohnheiten werden. Sei’s drum, ich lass mich von THE LIGHT BELOW gerne in einen meditativen Zustand versetzen…
Übrigens ist die Musik auf Georgia noch von einem gewissen Steve Albini (RIP) aufgenommen – wenn das mal keine Referenz ist…
Guck mal DORT hin!!
Oder brandneu: DA
THE LIGHT BELOW Georgia
VÖ 23.01.26 / My Proud Mountain/Cargo
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Eine Bänd, deren Name mir seit Jahren immer wieder über die Kreuzung hüpft, die ich aber nie gehört, dafür stilistisch völlig anders verortet hatte, spielt mir mit ihrem kommenden vierten Album Me and My Shadow ganz schön die Trommelfelle heiß. Mit bluesiger, hibbelig verspielter Gitarre starten DIRTY SOUND MAGNET in den Opener „Power of this Song“. Das irritiert, hatte ich doch hinter dem Bändnamen des Schweizer Trios aus Fribourg eher klassischen Stonerrock vermutet!! Okay, na dann mal weg mit eigener Erwartungshaltung und Ohren auf:
Auf Basis des Rocks mit dezent verspulten Psych-Einflüssen verweben die Herren Dzodzos, Mottolini und Cosandey an Gitarre, Bass und Schlagzeug progessive Anleihen im Songwriting mit Klängen von klassischem Rock und Hardrock, versüßen diese immer mal wieder mit sanft poppig bis psychedelisch-späcey angewehten Hintergrundgesängen. Insbesondere tanzen sie immer wieder schön woanders hin, wenn ich grade denke, jetzt hätte ich ihren Stil verstanden!!
Das ist kreativ, mit schicken Wendungen und Haken im Songwriting, umgesetzt mit viel Spielfreude, klingt durchweg excellent und macht riesig Spaß!! Vor allem vom Zehnminüter "Calypso" war ich sehr schnell angetan!!
Bitte mal ganz schnell die Aufmerksamkeit ganz nach DA lenken!!
DIRTY SOUND MAGNET Me and My Shadow
VÖ 30.01.2026 / Tonzonen
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Und dann gibt’s da seit ein paar Wochen ganz schön verspulte, psychedelisch weit mäandernde Wüstenstein-Riffs, die durch Mark und Bein schallen, führt man sich ATOM vom belgischen Trio APEX TEN zu Gemüte. Gelegentliche Mäßigung gibt’s mittels melodiösem Gesang oder ruhigeren Instrumentals, dann wieder wird mit Screamo-Stimme noch einer draufgesetzt vor der näxten Kurve. Diese Riffs und Grooves nehmen mit.
Insgesamt ist die zweite Hälfte des Albums deutlich weniger am Song orientiert, als die erste, was ATOM zum Ende hin eine, je nach Rezeption, mehr oder minder dramatische Wendung gibt. Für manch Ohr mag das anstrengend sein, ich mag ja solche experimental-noisy Intermezzi recht gerne. Für mich ist ATOM eine wummernde Reise mit hochgestreckter Faust und nickendem Nacken und in jedem Fall ein geiles Album, das noch viel zu entdecken bereit hält!!
Hör mal REIN
APEX TEN ATOM
VÖ 21.11.25 / Tonzonen
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26.09.25
Ein Sextett aus Wien, das sich als Kollektiv anstatt als Bänd versteht und bei welchen der Gitarrist Clemens Hackmack tätig ist, dessen Album ‚Psychotic Parade‘ mit CADÛ ich vor einiger Zeit hier abgefeiert hatte, klingt schon durch diese Referenzen interessant. Und TRIPTONUS nimmt mich mit TERRA auch ganz schnell auf eine wilde Reise mit.
Wild groovende Gitarrenriffs treffen hier, unterlegt mit klassischem Rockschlagzeug und -bass, auf die percussiven Djembe und Darbuka sowie ein Didgeridou. Das ist schon sehr geil und keineswegs zum Entspannen geeignet. Vielmehr spürt man einen starken Bewegungsdrang durch den Kick-Äss-Sound der Österreicher!!
Dicke Empfehlung!! Blöd nur: Leider weiß ich nicht, ob die Veröffentlichung verschoben wurde, aber älteres gibt’s zur Einstimmung HIER zu hören
TRIPTONUS TERRA
VÖ 12.09.25 / Stone Tree Records
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Eine zarte Woche alt ist der neue Nachwuchs von CARSON. Das Trio mit schweizerisch-neuseeländischen sowie Alternative-Rock-Wurzeln rockt sich, sehr neunzigerlastig und stets ohne Umzuschweifen auf den Punkt kommend, auf When Gods Know Why durch acht Songs, die mal in höherem, treibenden Rhythmus vorwärts gehen, dann aber auch immer wieder innehalten und ruhigeren, balladesk bis hymnischen Tönen Raum geben.
Das klingt erstmal ganz geil und lässt gleich mitwippen. Für meine Hörvorlieben und -gewohnheiten ist die Halbwertszeit dabei allerdings etwas kurz. Besser also selber gucken, z. B. DORT
CARSON When Gods Know Why
VÖ 19.09.25 / DIY/Sixteentimes Music
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Als hätte man die Musik von Kraftwerk in Rockmusik transponiert kommen EinsEinsEins daher. Erstmal wird beim Opener des frisch auf den Markt entlassenen Albums Energie von 10 bis 1 rückwärts gezählt. Gleich hier und im weiteren Verlauf des Songs kommen einem direkt die musikalischen Digitalsaurier in den Sinn.
Nicht viel später werden Erinnerungen an The Prodigiy und die Chemical Brothers wach – und mit diesen unüberhörbaren Inspirationsquellen, geschickt kombiniert mit zeitgeistigem Crossover-Habitus zwischen Stonerrock und Techno-Elementen, geht die Reise durch neun Songs zwischen drei und sechseinhalb Minuten. Steiniger Elektrorock, getoppt mit deutschen Texten – sehr geil!!
Besonders gut gefällt mir das Stück „Fahrrad Fahren“, wo die Autobahn gegenüber dem besten aller Individualverkehrsmittel verblassen darf. Aber es geht nix über selbst ausprobieren – am besten DA
EinsEinsEins Energie
VÖ 26.09.25 / Tonzonen Records
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Ziemlich schleppend mit einem Stück namens „Ramses“ eröffnen ZHAAT aus Leipzig ihr Album Other Prophets. Der Sound des Quartetts aus Leipzig klingt dabei bereits zu Beginn ein wenig prophetisch. Ob das allerdings nur Gutes verheißt, da mag ich mich lieber nicht festlegen.
Musikalisch jedenfalls geht gut ins Ohr, was über die acht Stücke des Albums so zu hören ist. Gebaut auf ein Fundament aus doomigem Stoner- und trockenem Psychrock sind die Gitarren gerne immer wieder schön orientalisch eingefärbt; schnelle Wechsel in oder zwischen den Songs lassen stets aufhorchen – nicht selten eben genau dann, wenn man sich gerade hat so angenehm von den Melodien einlullen lassen…
Zwischendurch, ganz arg bei „Maniac“, scheinen in der Stimme des Sänger unweigerlich Assoziationen zu Mike Muir von den Suicidal Tendencies durch – geil!!
Ein sehr empfehlenswertes Album, das mit jedem Durchgang wächst!!
Die Single „Kante“ gibt’s DA
ZHAAT Other Prophets
VÖ 2.10.25 / Noisolution
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7.09.25
Verheißungsvoll mit sehr fuzzy und komprimierten Gitarrensound geht’s los bei The Good the Bad and the Zugly aus Oslo auf deren frisch auf den Markt geschubsten Album November Boys. Bald gesellt sich eine ebenfalls gepresst, vor allem aber wütend klingende Stimme dazu.
Spätestens beim zweiten Stück des Abgeh-Punk im Gewand des Hard-Rock sind die unvergessenen Turbonegro wieder sehr präsent!! Wenn das mal keine Referenz ist!!
Und so zieht es sich durch auf dem Album: Als Basis die Attitüde erwähnter Death-Punx, auch in den Melodien der Refrains schimmern die stark durch, das alles kombiniert mit rockigen, hardrockigen und manchmal heavy-lastigen Passagen, die meiste Zeit über mit dem Fuß auf dem Gaspedal. Manch kleine Kurve ist in die Songs eingeflochten, wo der Fuß sich mal kurz entspannt, um kurz danach wieder ganz durchzudrücken. da quillt ganz schön viel Energie ungefiltert aus den Lautsprechern, ziemlich geil!!
Einen Song vom Album gibts DA
The Good the Bad and the Zugly November Boys
VÖ 5.09.25 / Indie Recordings
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Bei einer Bänd aus Tel Aviv kommt leider nicht mal eine Album-Info drum herum, die aktuelle Lage im Nahen Osten zu erwähnen. Dieser Lage geschuldet kam ich vorletzten Herbst leider auch um das Vergnügen, THE GREAT MACHINE im hiesigen Cräsh live zu gucken. Jetzt aber kommt ein neues Album, Working Class Anarchist, das sich auf Anhieb cool äs fuck ins Ohr fräst: schwere Gitarren mit tiefer gelegtem Sound zeigen von Anfang den Weg.
Wahrscheinlich ist THE GREAT MACHINE die Bänd, der es am besten gelingt, klassischen Stonerrock mit einem großen Schuss britischen Punkrock zu verbinden. Das klingt mir auf Working Class Anarchist gradezu perfektioniert und schwingt sich durch sämtliche Grooves, Sounds, Riffs und Rhythmen und hält zudem mit dem Stück „Anarchy“ eine Art Stoner-Punk vor. Und das Ganze ist obendrauf noch mit extra trockener Coolness getoppt.
Sehr geil!!
Wer unbedingt Referenzen benötigt, findet die vornehmlich irgendwo zwischen Black Sabbath, Iron Maiden, Kyuss, Deftones und Punkrock.
Unbedingt reinhören – die erste Single „ABQ“ gibt’s HIER
Dicke Empfehlung!!
THE GREAT MACHINE Working Class Anarchist
VÖ 12.09.25 / Noisolution
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22.08.25
Ein Hinweis auf die Schnelle – ungefähr so schnell,
wie GIANT HAZE, deren Erstling genau heute das Licht der Welt erblickt hat, zur Sache kommen. Die vier drücken auf COSMIC MOTHER hart groovende Riffs in schön verdichtetem Sound aus dreckigem Heavy Blues und trockenem Stonerrock durch die Boxen, der immer wieder auf klassischen Heavyrock referiert. Manchmal gibt’s in den Melodien tendenziell fast schon poppige Passagen zu hören – letztere aber nur in winzigen Ansätzen.
Ein viel spezielleres Merkmal des Klangbilds der Kieler ist der Gesang: Der erinnert gar nicht so selten an Chris Cornell und die guten alten Soundgarden , um dann wieder in ziemlich screamy Interpretationen des Singens hinüberzudriften.
Da bleibt die Spannung über die zwölf sehr fokussierten und nie ausufernden Songs des Albums lässig erhalten. Ein ganz schön geiles Debüt, das!!
HIER gibt’s das Album zu hören!!
GIANT HAZE COSMIC MOTHER
VÖ 22.08.25 / Tonzonen
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1.08.25
Ziemlich geilen Sound fabriziert das seit 2018 aktive Kieler Trio Kombynat Robotron auf seinem Siebtling AANK. Gleich der Auftakt des Openers „Staub“ erinnert sehr stark an klassischen Krautrock, mit unbändigem Groove, zu welchem sich viel Psychedelik gesellt. Echo ohne Ende auf nahezu allen Spuren, Erdung Fehlanzeige, fliegen einem die hypnotischen Klänge herrlich verschwurbelt um die Ohren.
Beim vierten Stück, dem instrumentalen „Aank Ma“, kommen ordentlich hippie-eske, mit sphärischen Keyboardklängen unterlegte und gezupfte Gitarrenklänge hinzu, um nach dem kurzzeitigen Einlullen mit dem folgenden „Ikarus“ wieder das volle Gitarrenbrett mitsamt integriertem Höllenhall auszupacken. Wie eingangs vorweg geschickt: Ziemlich geil, das!!
Kürzlich kam das aktuelle Werk auf den Markt: Am besten mal selbst reinhören – DA
Kombynat Robotron AANK
VÖ 18.07.2025 / Fuzz Club Records (GB)
[…]
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20.06.25
Nach dem live aufgenommenen Solo-Stück für Bassgitarre bringt der Namensgeber des Projekts nun in Trio-Besetzung seiner lange pausierten Bänd CASPAR BRÖTZMANN MASSAKER nun ein Live-Album namens It’s a love song auf den vermutlich kleinen Markt archaisch infernalischer Klänge – wie es zwei Adjektive des Promo-Textes beschreiben. Dazu heißt es dort noch ‚radikal und konsequent‘ – was soll dem der geneigte Rezipient noch hinzufügen?
Ganz einfach: Es dauert natürlich ein paar Durchläufe, diese Klänge am heimischen Gerät zu hören, es kann sich dabei jedoch ziemlich gut die Live-Präsentation vorgestellt werden. Es dringt bei diesen Aufnahmen wahrlich mehr als genug Intensität aus den Boxen. Nach einem Intro erklingen zwei Versionen des an unterschiedlichen Abenden live aufgenommenen Stücks „All This Violence“, ein ziemlicher Ritt durch Höhen und Tiefen des Klangraums – tatsächlich mehr als Statement denn als Song erscheinend. Letztlich sollte sich das einfach angehört werden!!
Ich finds sehr geil und
HIER gibt’s Auszüge aus dem Album zu hören.
CASPAR BRÖTZMANN MASSAKER It’s a love song
VÖ 20.06.25 / Exile On Mainstream
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4.05.25
[…]
‚Welch großartiger Albumtitel!!‘ dachte ich, als ich auf dem Cover WELCOME INSIDE THE BRAIN las. Es dauerte etwas, bis ich verstanden hatte, dass das der Bändname ist und das vorliegende Album des Leipziger Quintetts RE:CREATION lautet…
Auf den ruhigen, von Beginn an hymnisch anmutenden Auftakt, der sich nach und nach zu wuchtig voluminöser Soundverdichtung hochschaukelt, folgen Zelebrationen des Innehaltens, des sich Sammelns, um sodann, angereichert mit frischer Energie, mit bedächtig klagenden Statements wieder zurückzukommen – so klingt der Opener „Greedy Critter“ im Laufe seiner neun Minuten. Dabei lässt sich der Stil der insgesamt sechs Songs, die nur in Maßen überbordend laut werden, nur schwer einordnen. Nicht eben selten klingen Siebziger Prog-Passagen der Marke King Crimson durch, dann geht’s an tief liegenden Blueswurzeln entlang, die sich dezent um Wüstenrock ranken – aber von allem stets nur ein bisschen und wohldosiert.
Umso ausgereifter klingt das gerne vertrackt komponierte Songwriting, das zwar auch dafür sorgt, dass RE:CREATION einen nicht gleich zu Beginn vom Hocker fegt, dann jedoch mit jedem Hören unweigerlich immer weiter wächst. Ein echter Grower ist WELCOME INSIDE THE BRAIN da gelungen, deren Einladung ich gerne annehme!! Sehr geil!!
Am besten mal HIER schaun und hörn!!
WELCOME INSIDE THE BRAIN RE:CREATION
VÖ 30.05.25 / Ponyphone
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[…]
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26.01.2025
Einige Neuigkeiten im noch frischen Jahr gibts zu vermelden – und den größten Paukenschlag gleich mal vorweg:
MOTORPSYCHO veröffentlichen am 21. Februar ein neues Album!! Und während viele Bänds ihr Debüt nach sich selbst betiteln, machen die fabelhaften Norsemen das bei ihrer ungefähr fünfzigsten Veröffentlichung:
Motorpsycho heißt das Werk, das als Doppel-LP, CD und digital erscheint und elf Songs enthält, die laut Liner-Notes sowohl die kürzere, poppig angehauchte Seite der Bänd, wie auch deren sperrige, komplexe Seite repräsentiert.
Guckt einfach mal DA hin, da gibts zwei charming Songs zu hören!!
MOTORPSYCHO Motorpsycho
VÖ 21.02.25 / NFGS Nordenfjeldske Grammofonselskab
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[…]
Die coolen Schnweinehunde erfreuen uns Ende Februar mit einem neuen Werk namens Tutti Frutti und steigen mit „Malaise“ genau so in das neue Album ein, wofür ich das letzte so schätzte:
Fette Riffs, wuchtiger Groove, hymnische Refrains!! Voll auf die Zwölf!!
THE PIGHOUNDS beherrschen es ausgezeichnet, verschiedene Spielarten des Gitarrenrock zu verbinden. Sie spielen mit der Variation bewährter Rezepte und Zutaten so gekonnt, dass man im Grunde genau weiß, was zu erwarten ist, dabei immer wieder kleine Überraschungen erhält und das Gehörte stets einen Riesenspaß macht.
So hält an manchen Stellen ein winziger Hauch Pop Einzug, wie etwa bei „Pay to Play“ oder „Vadder“. Hin und wieder scheinen mir Nirvana zitiert – ob so beabsichtigt oder nicht: sehr direkt beim finalen „El Nocamino“. In jedem Fall aber tummeln sich auf Tutti Frutti dreizehn Songs, die abwechselnd in den Hintern treten, die Fäuste recken oder entspannt den Kopf nicken lassen.
Ein großes Highlight ist dabei „Day of the Acid“ – eine Hammer-Hymne mit einer Dringlichkeit, die ich bei THE PIGHOUNDS so noch nicht gehört hab. Sehr geil!!
Ein Video von „Love Fuzz“ gibts vorab DORT. Schaut rein!!
THE PIGHOUNDS Tutti Frutti
VÖ 28.02.25 / Noisolution
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5.10.24
Beim ersten so nebenbei-Hören erscheint mir Troubadour von CONNY OCHS wie ein übliches Singer-Songwriter-Album. Doch weit gefehlt, wie so oft bei oberflächlichen ersten Eindrücken…
Sobald genauer und aufmerksamer hingehört wird, entwickeln die elf Songs in ihren zunächst unscheinbaren Gewändern schnell an Größe, Tiefe und vor allem an Intensität. In spärlicher Instrumentierung wurden alle Stücke von Ochs live und alleine eingespielt, zumeist an der Gitarre, einmal auch am Piano. Nur hin und wieder gibt’s dezent punktuelle Unterstützung, etwa mit zweiter Stimme, Streichereinlage oder gar einem aus dem Nichts auftauchenden Solo der E-Gitarre beim abschließenden „Way of the Future“.
Ein sehr schönes und – in der Intention des Künstlers, innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – ganz ausgezeichnet gelungenes Album!!
"Holy Motors", einen Vorab-Träck zum Reinhören gibts DORT, andere Veröffentlichungen zum Goutieren gibt’s HIER und bebildert DA
CONNY OCHS Troubadour
VÖ 25.10.24 / Exile On Mainstream
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Und dann wäre da noch ein alter Bekannter und persönlicher Liebling des Trios an kürzlichen Veröffentlichungen: TORGEIR WALDEMAR, ein Songwriter aus dem hohen Norden, dessen Album ‚Love‘ mich vor vier Jahren auf Anhieb anfixte. Nicht anders verhielt es sich, als ich das Anfang September erschienene Folgealbum Mercy zum ersten Mal hörte: Mit den ersten Klängen gewonnen!!
TORGEIR WALDEMAR hat diesmal ein wunderbares, sehr reduziertes Songwriteralbum kreiert. Lediglich an der Violine und gelegentlicher Bäckground-Stimme ist ein Mitstreiter zu hören, der Rest ist Torgeir und sein akustischer Sechssaitling. Und genauso reduziert ist die Produktion gehalten, die sich auf das Nötigste und Wesentliche beschränkt, so dass eine sehr intime Atmosphäre entsteht und die recht unaufgeregten Songs so nahbar und direkt klingen, als säßen die beiden neben einem im Raum. Und im Schreiben und interpretieren von Songs ist der Norweger wirklich ganz große Klasse!!
Selbst hören bitte DORT
TORGEIR WALDEMAR Mercy
VÖ 6.09.2024 / Jansen Records
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28.04.24
Ein Album, das aus so ungefähr jedem Rahmen fällt, haben Songschreiber und Multiinstrumentalist Tobias Werner und Schlagzeuger Ronny Wunderwald gemeinsam als ALBINOBROTHERS kreiert. Ihr Debüt-Album nennen sie Goliath Awakes, mit diesem Titel wird das Werk instrumental eröffnet.
In der Folge treffen sehr unterschiedliche Welten zusammen – von Tom Waits’schen Anklängen bis zur Lakonie eines Matt Burt, vom Folk bis hin zu eingewobenen Jäzz-Improvisationen, von melancholisch hymnischen Passagen mit bluesiger Orgel und folkiger Akustik-Gitarre schaffen die beiden ein völlig stimmiges Klangbild, in dem das alles bestens passt. Schließlich fehlen auch schicke kleine Melodien mit mal poppigen, mal amerikanisch-irischen Folk- und Fischer-Traditionals ähnelnden Klängen und Anstrichen nicht.
Was sich durch das ganze Album zieht und es zu der Ausnahmeerscheinung macht, die es ist, ist die durchgängig eigenwillige Unkonventionalität, die eine nicht zu überhörende künstlerische Exzentrik in völlig ungezwungende Hemdsärmeligkeit kleidet. Ziemlich geil, das!!
Unbedingte Empfehlung daher: „Pandora“ mit sehr sehenswertem Video HIER
ALBINOBROTHERS Goliath Awakes
VÖ 17.05.24 / Krakenduft Records
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29.03.24
Das „Intro“ schleicht sich langsam über gut zwei Minuten ein, ehe das Album Sleaze mit „Universal Avatar“ wirklich beginnt. Ziemlich bald wird klar, dass dem Tübinger Quintett YEAST MACHINE Bänds wie Soundgarden Pate gestanden haben dürften – insbesondere im hochexplosiven Refrain des Songs, wenn alles an Klanggewicht von Gitarren, Bass und Schlagzeug unter sehr eindringlichem Gesang aufgefahren wird.
Dieser stets zwischen lauten und leisen Tönen und Passagen wechselnde Grunge-Stoner-Sound zieht sich mit hohem Energieoutput in nur wenig geschliffenem Gewand durch die acht Songs von Sleaze, immer wieder ergänzt mit Synthies oder – etwa zur abschließenden Ballade „I Can See“ – Celloklängen. Dabei muss unterwegs weder auf dramatische Steigerungen innerhalb der Songs, noch auf Melodien verzichtet werden. Für mich ein echter Hinhörer ist „Circling Bird“, der sich sowohl vom Sound als auch rhythmisch deutlich von den anderen Songs abhebt. Sehr geil – und nur ein Highlight auf einem sehr starken und empfehlenswertem Album!!
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YEAST MACHINE Sleaze
VÖ 19.04.24 / Tonzonen Records
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