Eamon McGrath & The Mohawk Lodge     2.06.10 Freiburg, Swamp

 

Wie war das doch spannend, wenn man als Kind ein Überraschungsei in den Händen hielt, es dicht am Ohr schüttelte und drüber rätselte, was denn da wohl drin sei. Klar, Schokolade, die Lieblings-Kick-Arsch-Droge der Kinder, children´s Rock´n´Roll, sugar baby, hell yeah!! Aber den Inhalt des Plastik-Herzens wusste man eben nicht so genau. Ähnlich dessen hatte ich keinen allzu konkreten Schimmer, was mich im Swamp so genau erwarten würde, aber Lust auf Überraschung. Klar, Live-Musik von Kanadiern, erst ´ne Bänd, dann noch einer allein oder so. Vorab via my (f...) space reinhör´n wollte ich lieber nicht, na ja, schöner halt manchmal, doch erst ´n bissl zu rätseln und dann ans Ohr lassen...

Am Eingang durfte ich mich zunächst noch ein wenig vom Flair des verblichenen Rattenspiegels umwehen lassen, bevor sich zunächst The Mohawk Lodge formierten. Drummer, Bassist und Keyboarder teilten sich die Bühne, der immens agile Frontmann Eamon McGrath postierte sich mit Mikroständer und Gitarre wohlweislich ein Stückchen davor, um sich nicht selten auch noch den halben Zuschauerraum für zappelige Ausflüge unter den Nagel zu reißen. Sehr schweißtreibend also, diese Angelegenheit für den jungen Mann mit der sehr rauhen Stimme, und auch ebenso unterhaltsam. Unterstützt wurde er gesanglich immer wieder vom Bassisten Ryder Havdale, der ebenfalls nicht grade ein Standmännchen war. Den beiden in nix nachstehend zuckte und wand sich auch der Tastenmann an seinem Platz. Am ruhigsten erschien noch der Schlagzeuger, was in der Art nicht grade für eine sehr gewöhnliche Performance sprechen dürfte. Schade, dass es nur ganze 25 Minuten andauern sollte, ich hätte gerne noch mehr dieser Mischung gehört, die mir wie aus Ingredienzen der Drones, Kyuss und mit einem guten Schluck Sonic Youth klang, während dessen es immer wieder nach gutem, altem Punk-Rock duftete. Quasi whiskeygetränkter Desert-Noise-Punk - oder halt irgendwie so...

Für das nach einer kleinen Pause folgende zweite Set kam als fünfter Mann ein neuer Bassist hinzu. Ryder Havdale tauschte seinen Bass gegen eine Gitarre und übernahm außerdem den Lead-Gesang, dabei häufig unterstützt von McGrath, welcher nun umso wilder durch den freien Raum hüpfte und sprang und auch gerne samt Gitarre im Publikum unterwegs war. Die Stücke wurden jetzt etwas Melodie orientierter, ohne jedoch weniger zu rocken als das zuvor Gehörte. Der eheste Unterschied lag noch in der klareren Stimme des Sängers, der weniger rau und angezerrt klang, als sein Vorgänger. Dem Publikum waren solche Details egal, es hatte offensichtlich Spaß!!

Der kopfhaarlose Sänger erwähnte zwischen den Stücken, während hin und wieder auch mal eine Gitarre wieder in Ordnung gebracht werden musste, dass dies Eamon´s und seine erste Nacht ever in Deutschland sei. Dabei ließ er seiner Freude freie Fahrt und feierte durchweg schweißtreibend mit den Anwesenden.

Nach etwa einer dreiviertel Stunde war auch dieses Set zu Ende. Man hatte eine zwar ob der Ankündigung des Konzerts (ich ging von einer Bänd und danach einem Solo-Künstler aus und war damit nicht alleine) insgesamt etwas verwirrende Show gesehen, doch tat dies der coolen, saftigen Rock-Party keinerlei Abbruch...

3.06.10

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