B.F.G.                                          2.12.17 Freiburg, Slow Club
support: Todesstrahlen

 

Am Samstag abend verschlug es mich mal wieder in den gemütlich entspannten Slow Club. Zwei Bänds aus den Genre-Ecken Gothic, Industrial, Psychwave waren angekündigt. Da kann sich der musikinteressierte Mensch jetzt so alles mögliche drunter vorstellen, ich hatte Lust auf Überraschung - und war gespannt, ob ich durchhalten würde...

Zunächst standen vier Musiker einer italienischen, seit einigen Jahren in Berlin ansässigen Bänd mit dem mir etwas merkwürdig erscheinenden Namen Todesstrahlen auf der Bühne. Eine gute dreiviertel Stunde gaben diese mal mehr und mal weniger experimentelle, jedoch durchweg recht song-orientierte Stücke zum Besten, die sehr starke Inspiration der Einstürzenden Neubauten heraushören ließ. Zu Bass, Gitarre, Synth- und Computersounds sowie Gesangsparts aller Bändmitglieder, was per wechselnden Stimmen für wechslende Stimmungen sorgte, gabs viel Percussives. Neben lärmenden Parts mittels Gitarre und sonstigen vorhandenen Klangerzeugern, wurde auch mit Bohrmaschine hantiert oder mit einer Flex - letzteres mit dem schönen Effekt sprühender Funken, die sich gegen Ende der Show einem Pfauenrad gleich kreisförmig auf der Bühne entfalten konnten. Der Auftritt der Bänd mit dem merkwürdigen Namen war also ebenso abwechslungsreich wie unterhaltsam.

Nach gut zwanzig Minuten Umbau und mittlerweile kurz vor Mitternacht erklommen dann sechs Herren die Bühne, der jüngste vielleicht um die Vierzig, die älteren gut und gerne Mitte der Fünfzig oder gar drüber. Schick in Anzüge gekleidet - außer der eine Zappelgitarrist - schickten B.F.G. einen stark an Killing Joke und Joy Division erinnernden Sound durch den Club, wesentlich melodiöser und wesentlich tanzbarer als die jüngeren und experimentelleren Kollegen zuvor. Nach dem zweiten oder dritten Song begrüßte der Sänger die gut fünfzig anwesenden Gäste und stellte erstmal klar: "We're not the Sisters of Mercy". Nein, sind sie nicht. Sie sind B.F.G. - was auch immer die Abkürzung bedeuten mag - aus Manchester, England. Und guckten alle erstmal ziemlich böse.
Mit der Zeit entspannten sich dann aber die Gesichter der Musikanten - mit übrigens drei (!!) Gitarren, Bass, Drums und Sänger -, der Frontmann mit der sonoren Stimme erzählte immer wieder Geschichten über die Songs und die Geschichte der Bänd, so dass mich der Eindruck nicht losließ, sie hätten in den Achtzigern mal eine Weile lang was gemacht und jetzt hat sich eine Gelegenheit ergeben, mal wieder zu touren. Bestätigt wird diese Vermutung durch die Info auf der Webseite des Veranstalters, die ich erst nach dem Konzert gelesen habe...

Anyway - freudig bei der Sache waren die Musiker sichtlich, zunehmend auch entspannter wirkend und statt böser-Blick-Attitüde lieber Sympathie verströmend. Der Sound war schön druckvoll, die Songs durchweg in fast klassisch zu nennendem Post-Wave-Gewandt gehalten und auch dem Publikum schiens gefallen zu haben. Nach etwa fünfundsiebzig Minuten war Schluss und ein Konzertabend, der Abend durchaus gefallen konnte, neigte sich zu Ende...

4.12.17

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Heißer Scheiß

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