Arbouretum    Song of the Rose

(VÖ: 31.03.2017 - Thrill Jockey/Rough Trade)

 

Schon wieder so eine Platte, bei welcher schnell das Merkmal auszumachen ist, dass selbst beim Hören mit nur eingeschränkter Aufmerksamkeit permanent Bilder von Landschaften im Kopf entstehen. In Falle von Song of the Rose schon mit einer Pflanze im Titel. Es scheint, als hätte Dave Heumann mit seinem letztjährigen Solo-Ausflug den Grundstein für dies angenehme Wärme ausstrahlende Album von Arbouretum gelegt.

Nun weiß ich ja nicht, wie die Landschaft in Baltimore/Maryland an der U.S.-amerikanischen Ostküste aussieht, die Musik klingt jedenfalls wie ein Gegenentwurf zum trockenen Desert-Stoner-Rock aus südlicheren Gefilden. Das Album kommt wie ein Konzeptalbum daher, wie ein einziger Song, der sich einem fließenden Gewässer gleich durch verschiedene Landschaften seinen Weg bahnt. An seinen Ufern finden sich blühende Wiesen und weite Steppen, dichtes Gehölz und Wälder mit Lichtungen. Auf sanft geschwungenen Hügeln legt der Wanderer die Hand über die Augen und sieht in die Ferne, während der Fluss im Sound der elektrischen Gitarre glitzert und sich durch die acht Songs zieht.
Vier Jahre sind seit dem letzten Album 'Coming Out Of The Fog' vergangen, nun eröffnet "Call Upon the Fire" nach Aufsetzen der Nadel großartig den Reigen, der sich in größtmöglicher Entspanntheit immer weiter entfaltet und mit erdigem Sound und dem typisch lakonischen Gesang stets für eben jene Bilder im Kopf sorgt. Hymnisch bäumt sich derweil nicht nur das dritte Stück, der Titelsong, sondern auch im Lauf der B-Seite "Fall from an Eyrie" auf. Zwischen diesem und dem abschließenden "Woke up on the Move", worin dieser musikalische Strom wuchtig mündet, sorgt lediglich das eineinhalbminütige "Mind Awake, Body Asleep" für ein paar Stromschnellen.


Vielleicht im Gesamteindruck ein ganz klein bisschen weniger psychedelisch als die Vorgänger erscheint mir diese Platte, vielmehr ist sie ähnlich ruhig wie Heumann's Solo-Album 'Here In The Deep'. Allerdings entwickeln Arbouretum mit Song of the Rose von Beginn an sehr viel Tiefgang und dadurch - so man sich Zeit für aufmerksames Hören gönnt - ist diese Platte auch in angenehmer Art sehr fesselnd. Schon nach wenigen Durchläufen wird die Musik zu einem Freund, wird auf wohlige Weise vertraut. Und selbstverständlich ist auch das andere Markenzeichen dieser Bänd, die nimmermüden Leadgitarren-Ausflüge, auch hier wieder ebenso satt wie kurzweilig vorhanden.
Gleich nochmal hören...

16.06.17

P.S.: Ich habe diese Rezension zwar schon vor ein paar Wochen angefangen, aber erst jetzt, nachdem ich die Bänd vorgestern live gesehen hab, fertig geschrieben. Bestimmt stand ich noch'n bissl unter'm Live-Eindruck... - so what!! Zum Live-Review: guck hier!!

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