The Cherrychords + K.C. McKanzie

22.01.10 Wodanhalle, Freiburg

 

Neulich saß ich mit einem Blutsverwandten bei paniertem Abendmahl und ebenso herzhaften Gespräch über Musik. Doch glaubt jemand, mir wären auf Anhieb die Vornamen sämtlicher vier Köpfe einer Bänd aus Liverpool eingefallen, deren Erfolg und Bedeutung in den Sechzigern weltweit von immensem Ausmaß waren - und bis heute anhalten? Erst Minuten später, bei bereits ganz anderen Themen, schoss mir der Name wie aus dem aber-auch-überhauptgarnix ins Hirnchen. Leider zu spät. Thema gegessen, alles vorbei... Pah!! Da lobe ich mir doch Bänds, die in schlichter Duo-Besetzung den Bühnenplatz sparsam zieren und dabei Balsam für die runter gerockten Ohren servieren.


So geschehen an meinem persönlichen Konzertbesuchsjahr-Auftaktabend. Und ausnahmsweise will ich mit dem Fazit nicht lange bei den Zwergen hinter den Schwarzwaldbergen verharren, sondern es lieber gleich ausscharren: wir durften einen ausgesprochen schönen Freitagabend verleben, in sehr angenehmem Ambiente, gemütlich unter Kronleuchtern sitzend. Dem nicht genug, wurden wir darnebst mit erlesener Musik zweier gemischt-geschlechtlicher Duos verwöhnt. Es war zum sich die Trommelfelle lecken, meine Dam-un-Herrn. Muss schon mal ausdrücklich gesagt wern!! Dabei fühlten wir uns im insgesamt eher gesetzteren Publikum ziemlich wohl, nicht zuletzt, weil es eine höchst aufmerksame Zuhörerschaft war, welche - etwa sechzigköpfig - tatsächlich zum Sehen und Hören anstatt Reden und Stören gekommen war. Respekt!! Das erlebt man derart wirklich selten!! Ich bin noch immer begeistert, wenn ich nur dran denke... aaahhh, diese Ruhe... uuuhhh.... diese Klänge.... und ... mmmmhhhh... Bier... äh, Verzeihung... wo war ich? Aber natürlich, die Fakten, die Fakten, die möchte der/die/das Lesende jetzt wohl auch noch wissen, was? Na fein, also...


Die in hiesigen Gefilden angesiedelten Cherrychords eröffneten den Abend. Stylish gekleidet saßen die beiden samt ihren akustischen Gitarren auf Barhockern und spielten und sangen sich - stimmlich in sehr schöner Ergänzung - durch ihr etwa 70minütiges Set. Dies bestand aus alten wie neuen Stücken eigener Kredenzen, sowie diversen Interpretationen von Songs anderer Künstler. Gram Parson fällt mir hier ein, Neil Young, sowie Dylan`s "I`ll Be Your Baby Tonight", sehr schön gesungen von Frau Sachsenmaier. Letzteres gehörte zu drei Liedern, bei welchen den Kirschakkorden vokale Unterstützung von Bella beiseite stand. Somit konnte jene, die vor offensichtlicher Freude kaum mehr aus dem Grinsen heraus fand, nicht unwesentlich zu den Highlights des Sets beitragen. Von den eigenen Songs blieb mir insbesondere "Atomic Rodeo" im Gehörgang stecken. Ich persönlich hatte, nebenbei bemerkt, außerdem sehr viel Freude daran, die flinken Finger des Herrn Kaiser bei seinen vorzüglichen Soli über den Gitarrenhals huschen zu sehen, wofür er verdientermaßen auch mal Szenenapplaus einheimsen konnte. Denn das Hören der zugehörigen Töne, konnte selbstverständlich noch mehr erfreuen, als das Sehen...


Zur schönen Abrundung ihres Auftritts erzählten die beiden immer wieder kleine Anekdoten zu den Songs - mal von der Dame, mal vom Herrn vorgetragen - und kamen gegen Ende nicht umhin, etwas Vorfreudenschürung auf die nach kurzer Pause folgende K.C. McKanzie zu betreiben.


Die junge Dame war überwiegend mit der akustischen Gitarre zur Einbettung ihres hier schelmischen, da sehnsüchtigen, dort fast honigsüßen, durchweg aber, schlicht und einfach gesagt, schönen Gesanges zugange. Ihre Lieder wiesen deutliche Prägung von country-esk folkigem Singer/Songwritertum auf, erzählten über mehr oder weniger alltägliche Begebenheiten, zumeist rund um die Liebe. Wie zum Beispiel die Geschichte einer Frau, welche ihren Lover wegschickte, weil sie ihn über hatte, ihn dann aber doch wieder zurück haben wollte, leider jedoch seinen Namen vergessen hatte...
Von Zeit zu Zeit nahm K. C. auch gerne ein Banjo zur Hand, welches sie nach eigener Aussage zwar nicht eben gut beherrschte, dies jedoch per Charme mehr als ausgleichen konnte.

Zu ihrer Rechten konnte Budi, seines Zeichens mitgebrachte Bänd Frau McKanzies, nicht über Beschäftigungsmangel wehklagen. Meist am Kontrabass beschäftigt, variierte dieser während des etwa 80 Minuten dauernden Sets immer wieder gerne zwischen teilweise sehr ausgefallenen Klangerzeugern. Als da gewesen wären: Banjo, Schellenkranz, Fußstampfen, Maultrommel sowie Hammer und Stein. Auch percussive Nutzung des Kontrabasses war ihm nicht zuwider. Zudem bewies er während der Ansagen großes pantomimisches Geschick zur mitunter recht amüsanten Untermalung der Worte.


Kurz: die beiden ergänzten sich musikalisch wie performend fabelhaft, wie es im Übrigen auch beide Bänds des Abends taten, so dass ich ohne Übertreibung resümieren kann, einen Abend der Extraklasse miterlebt zu haben. Thänx!!

 

www.myspace.com/cherrychords

www.myspace.com/kcmckanzie

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