www.pandys-corner.de Highest Primzahl on Mars 24.01.26


HIGHEST PRIMZAHL ON MARS   24.01.26 Freiburg, Swamp

 

Allein der Bändname reicht manchmal aus, um großes Interesse an der Live-Show einer Bänd zu wecken. Im vorliegenden Fall mit erwähnter Stilistik des Psych-, Kraut- und Spacerock ließ die Frage ‚sollmer da hin geh‘n?' ohnehin im Nichts verschwinden, so dass noch so ein musikalischer Naseweis und ich uns am Samstagabend im guten alten Swamp einfanden. Dort liefen bis zu Beginn des Auftritts der Highest Primzahl On Mars die ebenso guten und noch älteren Can – die perfekte Einstimmung darauf, was bald von der Bühne tönen sollte…

Der Auftakt ins Konzert war mit Intro vom Band gestaltet, ein Song im Stile des Swing Jäzz der U.S.-amerikanischen Roaring Twenties, zu welchem sich das Quartett auf der Bühne formierte. Das Publikum wurde fast beiläufig mit kurzem Kopfnicken begrüßt. Nachdem alle vier bereit waren, gings mit den ersten verhallten und verechoten Klängen des Openers vom aktuellen Album der Bänd, „What???“, ihrem Drittling, hinein in eine rasch überbordende, kaum enden wollende Wall of Sound.

Die Songs waren, von wenigen ruhigeren Passagen abgesehen, durchweg im Uptempo gehalten. Repetitiv hypnotisch spielte die Rhythmusfraktion und legte einen sehr druckvoll groovenden Teppich für die beiden Gitarristen aus. Ruhiger hieß in im Fall der Highest Primzahl On Mars, dass der Leadgitarrist sich hin und wieder dem Theremin widmete, ein mit Antenne, wie bei alten Kofferradios, ausgestattetes Instrument, das ohne Berührung ausschließlich auf Bewegungen der Hände seitlich und vor der Soundquelle reagiert und damit wunderbar späcy-verspulte Klänge fabriziert. Ein dickes Topping war das, die ohnehin reichlichen Klangeskapaden der Bänd mittels zig Effektgeräten, durch welche die Schallwellen der Saiten ihren Weg zu nehmen hatten, mit weiteren Klängen zu garnieren. Und lustig zu beobachten – ganz nebenbei erwähnt…

Nach den ersten drei Stücken, also einer guten halben Stunde, waren die Songdynamiken der Primzahl recht deutlich, mit rastlos vorwärts strebenden Rhythmen, über welchen tanzend mäandernde Eskapaden der beiden Gitarristen schwebten. Zwar brachte diese Dynamik in der Mitte des Verlaufs der insgesamt hundert Minuten auch ein paar Längen für mich mit, doch nahmen die Stücke stets gegen Ende hin immer wieder richtig Fahrt auf und konnten diese wenigen, kurzen Momente sogleich vergessen lassen. Die Musiker wirkten durchweg in ihr Spiel versunken, mal mehr, mal weniger geerdet, das machte nebst Hören auch viel Spaß zu beobachten.

Insbesondere der letzte Song, vermutlich gar nicht auf der Setliste vermerkt, wo lediglich acht Stücke notiert waren, hieb zum Finale nochmal richtig rein und fegte wie ein Sound-Derwisch durch den Raum. Das Grundriff des Songs und dessen der tiefergelegte, trockene Sound fügte der Psych-Kraut-Space-Attitüde noch einen Schuss Stonerrock zu, sodass sich die letzte Viertelstunde zudem deutlich von den vorigen fünfundachtzig Minuten abhob. Sehr geil, das!!

Den nicht eben wenigen Zugaberufen konnte die höchste Primzahl nicht mehr nachkommen – was ich okay fand, denn ich hatte nach diesem letzten, für mich alles überragenden Stück, nicht das Gefühl, dass sie das nochmal toppen könnten. Der krönende Abschluss eines sehr energiegeladenen Konzerts!! Bleibt also ein klanglich außergewöhnlicher Abend mit einer sehr sympathischen Bänd zu fazitieren, ehe es via Merch auf die kalten Straßen ging – im Ohr noch viele sich überlappende Grooves und Klänge des soeben Gehörten…

25.01.26

Hier noch die originale Abschrift der Setliste:

WHAT??? / TIMESCAPE / PATH OF PEACE / BOTCAMP / MIND’S COMING / DWARFS / Z1 ESCAPE / Z2 CURVED

Zum Internetheim der Primzahl geht’s HIER , reinhören kann man DA  und Videos gibt’s DORT

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