www.pandys-corner.de Chris Ha Trio 8.05.26


Chris Ha Trio 8.05.26 Freiburg, Flight13

 

Ein feines kleines Instore-Konzertchen ließ ich mir am sonnigen Freitagabend nicht entgehen. Entgegen des kleinen Stroms an Menschen mit Kutten, die offenbar zum Skullcrusher-Festival unterwegs waren, folgte ich dem Ruf des Flight13; dort wurde ein weiteres Kapitel der Instore-Live-Serie aufgeschlagen, diesmal mit einem Trio um den hiesigen Pianisten Christian Haber. Ich hatte nicht viel Ahnung, was genau mich da erwarten würde, genrefiziert war das Ganze mit irgendwie Contemporary Minimal Jazz oder so. Jedenfalls ne Empfehlung von Danny, der den Laden an diesem Abend schmiss und sich sichtlich drüber freute…

In der Tat – ganz ordentlich besucht war das Stelldichein des mit Schlagzeug, Bass und Piano wirkenden Trios, um die dreißig Leute sammelten sich nach und nach zwischen vielen LPs aller möglichen Nischenstile, Second-Händ-Klassikern, Büchern und Shirts sowie der einen oder anderen Platten-Krabbelkiste; für ein paar sehr wenige Menschen gabs auch Sitzgelegenheiten, von denen aus wohl am bequemsten der zeitgenössischen Interpretation des Jäzz vom Chris Ha Trio gelauscht werden konnte. Die Stücke enthielten dabei den einen oder anderen Flow des Minimalismus, der introvertierten Reduktion, jedoch hin und wieder, in offensiveren Momenten, auch einen wohldosierten Hauch von Rock – letzterer schön bass. und drumlastig.

Sehr interessant zu hören waren die Frage-Antwort-Spiele unter den Dreien; am häufigsten hielten Bass und Piano innerhalb der Dynamik der meist um die zehn Minuten langen Stücke ihre Dialoge. Phasenweise, besonders die verspielteren, eher klassisch jäzzigen Passagen, erinnerte mich der Sound des Chris Ha Trio ein bissl an die längst verblichenen E.S.T., das schwedische Esbjörn Svensson Trio. Die drei hier waren aber, meinem Gusto angenehm kompatibel, weniger häufig so typisch jäzzig, verspielt.

Die Stücke lebten stark von der wechselhaften Dynamik, indem die ruhigen, zurückgenommenen Teile oft in lauteren, stets kontrollierten feuerwerkigen Finalen endeten – oder eben wieder zurückkamen ins minimalistisch repetitiv fließende Fahrwasser. Das sog mich am meisten mit; nicht selten lauschte ich mit geschlossenen Augen den Rhythmen und Klängen, die einen sanft in die Hynose-Zange nahmen und sicher im Griff hatten, ehe die Zange gelockert wurde und ein Richtungswechsel einen zurückholte.

Ein sehr schöner Auftritt der außerdem sehr sympathisch agierenden Bänd im entspannten Ambiente der Lieblings-Vinylfixerstube. Gerne mal wieder!! Oder auch auf einer größeren Bühne mit mehr laut…

10.05.26

Guckt doch mal zum Trio nach Hause – DA

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